Und wir gestalten frei sie nach Gefallen
Zu unsres Lebens holdem Schmucke um.
Geschäftig ist der Frauen zarte Hand
Und schmückt des Hauses traulich stille Ecken, Schmückt Tisch und Schrank und festliches Gewand Mit duft'gen Spitzen und mit bunten Decken.
So überschreitet alles Tun und Wirken
Des Menschen seines Körpers enges Haus;
So streut in immer weiteren Bezirken
Auch um sich her er Geist und Schönheit aus.
SD
Zeichnen und Gesang. (2. Schülerin.)
Doch nicht um solchen Zwecken bloß zu dienen, Ist in der Welt die Schönheit uns erschienen, Ist uns die schöpferische Hand gegeben; Auch frei erschafft der künstlerische Sinn Und stellt ein neu', sich selbst genügend Leben Nur um der Schönheit selber willen hin. Die Freude an der herrlichen Natur Hält mit dem Stifte fest die feine Spur, Der Blätter Zackenrand und Aederlein, Die farbenprächt'gen, hübschen Schmetterlinge Und tausend and're, wundervolle Dinge, Und haucht ein eignes Leben ihnen ein. Dann auch das unsichtbare Reich des Klanges Durchwirkt des Menschen sehnendes Gefühl, Und in den Harmonien des Gesanges Löst rein sich auf der Stimmungen Gewühl. Wie schallt der Jubel schmetternd aus der Kehle! Wie bebt erschütternd durch das Lied der Schmerz! Wie trägt es fromm die andachtsvolle Seele, In feierlichen Stunden himmelwärts! Des Menschen tiefstes Innerstes erklingt, Das ahnungsvoll Unsagbare, in Tönen.


