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In das Lehrerkollegium traten zu Ostern 1905 die Herren Oberlehrer Dr. Bottermann!) und Dr. Pritzel²) ein, am 15. August Herr Lehrer Haase) zur kommissarischen Vertretung des zum Vorschullehrer an der Anstalt gewählten
Herrn Kuttig.¹4) Am 1. Oktober folgte Herr Dr. Steuer nach Beendigung seines Probe- jahres einem Ruf an die hiesige Oberrealschule. An seine Stelle ward Herr Dr. Fuhr- mannè) zur Ableistung des Probejahres der Anstalt überwiesen. Den wahlfreien Zeichenunterricht in der UÜIl des Realgymnasiums übernahm aushülfsweise Herr Elster, Zeichenlehrer an dem Königl. Kaiser Wilhelm-Realgymnasium in Berlin.
Durch Patent vom 27. Januar 1906 wurden die Herren Oberlehrer Morgenstern, Dr. von Breska und Bienengräber zu Professoren mit dem Rang der Räte vierter Klasse ernannt.
Zu einer militärischen Ubung waren beurlaubt von Anfang des Sommerhalbjahres bis zum 15. Mai Herr Oberlehrer Dr. Wilmsen, vom 22. Mai bis 7. Juli Herr Oberlehrer Stockmann, vom 1. Juli bis 28. August Herr Dr. Steuer. Sie wurden teilweise durch das Lehrerkollegium, teilweise durch Herrn Oberlehrer a. D. Hillner vertreten. Außer- dem waren beurlaubt der Direktor in dienstlichen Angelegenheiten vom 26. Mai bis 2. Juni, Herr Oberlehrer Binting zur Teilnahme am Kongreß für jugendspiele in Frankfurt a. M. vom 15. bis 18. September.
Der Gesundheitszustand einzelner Mitglieder des Lehrerkollegiums ließ leider mehrfach zu wünschen übrig. Zunächst erkrankte Herr Professor Morgenstern am 1. Mai, konnte aber glücklicherweise am 15. Juni seine Tätigkeit wieder aufnehmen. Dann wurde Herr Oberlehrer Dr. Volkmar durch ernsthafte Erkrankung von den Sommer- ferien bis Weihnachten seinem Berufe entzogen. Zu unserer Freude hat er ihn seit Neujahr, wenn auch mit Vorsicht, wieder ausüben dürfen. Dagegen konnte Herr Zeichen- lehrer Glienke, der das Winterhalbjahr hindurch zu seiner Erholung beurlaubt war, seine Gesundheit noch nicht wieder erlangen, so daß er auch im nächsten Schuljahr noch dem Unterricht wird fern bleiben müssen.
¹) Walter Bottermann, geb. 6. Oktober 1869 zu Witten, Westfalen, evang., bestand die Reife- prüfung am Gymnasium zu Bochum 1888, studierte in Marburg, Berlin und Göttingen klassische Philologie, Deutsch und Religion und bestand 1896 die Prüfung für das höhere Lehramt in Göttingen. Das Seminarjahr leistete er 1896/7 in Minden, das Probejahr 1897/8 in Herford ab, worauf er am Gymnasium in Bochum angestellt wurde. 1895 war er in Göttingen zum Dr. phil. promoviert worden.
²) Ernst Pritzel, geb. 15. Mai 1875 zu Berlin, evang., bestand die Reifeprüfung am Falk-Real- gymnasium zu Berlin 1894, studierte in Berlin Mathematik und Naturwissenschaften und bestand 1899 die Prüfung für das höhere Lehramt in Berlin. Das Seminarjahr leistete er 1902/03 an der Friedrich-Werderschen Oberrealschule in Berlin, das Probejahr 1903/04 an dem Kaiserin Augusta- Gymnasium zu Charlottenburg. 1897 war er in Berlin zum Dr. phil. promoviert. Er veröffentlichte u. a. L. Diels et E. Pritzel, Fragmenta Phytographiae Australiae occidentalis. 1905.— In den Jahren 1900— 1902 unternahm er zum Zwecke pflanzengeographischer Studien Reisen in Südafrika, Australien, Neu-Seeland, Neu-Guinea und Niederländisch-Indien.
³) Max Haase, geb. 22. August 1879 zu Gransee, Ruppin, evang., besuchte in Neu-Ruppin die Mittelschule, die Präparanden-Anstalt und das Lehrer-Seminar, bestand dort 1899 die erste, 1902 die zweite Lehrerprüfung und unterrichtete von Ostern 1899 bis Michaelis 1903 an der Volksschule in Belzig, von Michaelis 1903 bis 1905 an der Gemeindeschule II zu Groß-Lichterfelde.
¹) Hermann Kuttig, geb. 28. Dezember 1875 zu Schönwaldau, Kreis Schönau in Schlesien, evang. besuchte die Präparanden-Anstalt in Schmiedeberg i. R. und das Schullehrer-Seminar zu Bunzlau, 1895 bestand er die erste, 1898 die zweite Lehrerprüfung. Von 1896 bis 1899 war er Lehrer an der Volksschule zu Emseloh, Kreis Sangershausen, von da bis 1900 zu Torgau, von da bis 1903 an der Gemeindeschule II zu Groß-Lichterfelde. Seit dem 1. April verwaltete er eine wissenschaftliche Hilfslehrerstelle am Gymnasium.
⁵³) Ludwig Fuhrmann, geb. 12. August 1878 zu Potsdam, evang., bestand die Reifeprüfung am Luisenstädtischen Realgymnasium zu Berlin 1897, studierte in Berlin neuere Philologie, bestand benda die Prüfung für das höhere Lehramt 1903 und ward in demselben Jahre dort zum Dr. phil. epromoviert. Das Seminarjahr leistete er 1904/5 an der Oberrealschule zu Charlottenburg ab.


