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Ihrem hochgeehrten und vielgeliebten Professor J. C. Schuller seine dankbaren Schüler den 28. Januar 1846.
Dir lGeisem in des oissens beiligen Hallen, Der siegend durch des Truges Dunkel dringt, Bei dessen Lehre Geistesfesseln fallen Und höher sich die freie Seele schwingt,
Dir soll das Lied erklingen,
Dank dir und Liebe bringen; O möge deines Geisteslichtes Wehn Hoch lang der jungen Seele Kraft erhöhn!
Ja dir, der kühn mit edlem Geistesfeuer
Für Landeswohl und Bürgerehre glüht,
Dir, der mit weiser Hand die Nebelschleier
Von Recht und GGahrheit kämpfend niederzieht; Dir soll das Lied erklingen, Dank dir und Liebe bringen;
O möge deines Geisteslichtes Wehn
Hoch lang der freien Seele Kraft erböhn!
.So lange unsre Brust ein Glutverlangen
Hach Geisteslicht und dahrheitsliebe begt,
So lange wir am teuren Lande hangen,
Und frei das Derz noch für dasselbe schlägt; Soll dir das Cied erklingen, Dank dir und Liebe bringen;
O möge deines Geisteslichtes Wehn
Hoch lange unsrer Seele Kraft erhöhn.
Schullers nimmermüde Lebrertätigkeit und zündende Begeisterung aber ist doppelt boch anzurechnen, wenn wir bedenken, dass sein Körper oft und oft von Krankheit heimgesucht wurde. Es war vielleicht zum Teil nur eingebildete Krankheit— er selbst nennt sie gern den Hypochonder und den Spleen— aber Krankheit war es doch, und sie konnte ihn in die düsterste Gemüts- stimmung versetzen. Gerade in diesen Jahren hat sie ihn bäufiger gequält als im vorgerückten Blter, und der Ferienaufenthalt in Talmesch oder heltau hat ebensowenig dauernde Besserung gebracht, als eine Badereise nach Borszéek(1835), die ihn nur von der éinbildung geheilt hat, dass er lungenkrank sei. Und noch höher rechnen wir Schullers Tätigkeit an, wenn wir der traurigen materiellen Verhältnisse gedenken, unter denen mit allen Lehrern jener Zeit auch Schuller zu leiden hatte. Ilit 52 fl. 20 kr. jährlicher Bezahlung fing der Lektor damals in Hermannstadt an und konnte es im besten Falle, wenn er es zum Rektor brachte, auf 48 4¼ fl. ½ kr. bringen. Da war es gewiss oft wahr, was Schuller mit leisem hHumor vergoldend in seinem Lied vom Pfarrer über den Professor sagt:
magre Kost beut die Schüssel,
Schwach bedeckt mit Schwarzbrotschnitten, In der liitten liegt das éi
And des Wassers volle Kanne steht dabei.


