Aufsatz 
Schillers Wallenstein, für den Unterricht behandelt
Entstehung
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2. Dragoner. Sonſt herrſcht in der Welt überall nur Knechtſchaſt, Falſchheit und Feigheit; nur der Soldat, der keine Todesfurcht kennt, iſt ein freier Mann.

3. Erſter Jäger. Der Soldat iſt frei von Sorge; er geht muthig dem Saichu entgegen ud zeniet mit vollen Zügen die Gegenwart. 1

4. Wachtmeiſter. Ohne daß er, ſich zu mihen braucht, kommt dem Solhaten das Glück vom Himmel, während der Bürger und Bauer ihr Lebelang ſich abmühen und doch zuletzt n nur ihr Gtap. 19 erarbeiten.

5. Erſter Jäger. Der Reiter auf ſeinem ſchnellen Roß ergreift im Sturm die Freude und den Genuß.

6. Zweiter Kireſtere- Geht eine Freude dahin, er grämt ſich nicht drum; mit freiem Herzen eilet

er weiter.

7. Erſter Jäger. Drum friſch ins Leben und in die Gefahr binein, ſo lang⸗ noch die dugandtaſ ſchäumt! Nur im Kampf erringt man das Leben.

(Lob des Soldatenlebens, dem Leben des Bürgers aegenitery

Die Picrolomini. Erſter Aufzug.

In dem Rathhausſaale zu Pilſen. An demſelben Tage, an welchem das Lager ſpielt.

1. Jllo, Buttler und Iſolani. Buttler und Iſolani kommen eben an, von Wallenſtein berufen. Wallenſtein hat die Oberſten von dreißig Regimentern zuſammenberufen, auch Frau und Tochter aus Kärnthen kommen laſſen. Gallas kommt nicht. Buttler iſt Geueralmajor geworden. Den Iſolani hat Wallenſtein von ſeinen Schulden befreit.(a. Zuſammenberufung der Generale; Ankunft von Wallenſteins Frau und Tochter; Buttler und Iſolani auf's neue verpflichtet. b. Gallas hält es mit dem Kaiſer).) 2. Octavio und Queſtenberg kommen dazu. Oectavio ſtellt die Generale und Queſteuberg gegen⸗ ſeitig vor. Illo erinnert den Queſtenberg an ſein früheres demüthiges Erſcheinen vor Wallenſtein zu Znaim. Jetzt ſoll Queſtenberg Böhmen von dem Drucke des Wallenſtein'ſchen Heeres befreien. Buttler und Iſolani machen bittere perſönliche Bemerkungen gegen Queſtenberg. Illo macht geltend, daß Wallen⸗ ſtein väterlich für die Truppen ſorge. Queſtenberg entgegnet, der Kaiſer habe ein gleiches Herz für jeden Stand. Illo deutet in ſpitzen Reden auf die Jugend und Unerfahrenheit des zum Generaliſſimus be⸗ ſtimmten Erzherzogs Ferdinand hin. Buttler erinnert daran, daß Wallenſtein das Heer erſt geſchaffen habe und daß es nur durch ihn mit dem Kaiſer verbunden ſei. Octavio ſucht zu vermitteln. Die Fürſtin zieht in den Hof ein, und die drei entfernen ſich, ſie zu begrüßen.(a. Die Anhänglichkeit der Generale an Wallenſtein und ihre Gleichgültigkeit gegen den Kaiſer tritt entſchieden her⸗ vor. b. Das Heer ſoll Böhmen räumen. Ein neuer Feldherr ſoll an 2 Wallenſteins Stelle).

*) Für die Arfaſung der Entwickelung derg ganzen Handlung im Stiͤcke iſt es von en Wichtigkeit daß beſttunm unterſchieden werde, wie die Empörung Wallenſteins ſich entwickelt, und wie von der anderen Seite da⸗ gegengearbeitet wird. Dieſe beiden Momente ſelen in dem Eungellanmenden G. oben S. 6. Anm.* dur a. u. b. bezeichnet werden.

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