Aufsatz 
Schillers Wallenstein, für den Unterricht behandelt
Entstehung
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Drama's aufgeführt ſind. Es fehlen erſtens die ſprachlichen und ſachlichen Erlänterungen; dieſe aber liegen außerhalb meines Zweckes, weil ich hier bloß meine Behandlungsweiſe des Gegenſtandes zeigen wollte. Es fehlt ferner die Darlegung des Zuſammenhanges des Einz elnenzn und darauf mußte ich verzichten, wenn nicht der Aufſatz zu einem Buch auwachſen ſollte.

Ddie Behandlung im Unterricht nun, welche der nachfolgendent Mittheilung der wichtigſten Ergebniſſe zu Grunde liegt, kann ich durch Aufzählung der einzelnen Momente kurz andeuten: geſchichtliche Ein⸗ leitung(Vortrag eines Schülers); Vorleſen der einzelnen Aufzüge von Seiten des Lehrers); ſprachliche und ſachliche Erläuterungen von Auftritt zu Auftritt; Auffaſſen des Inhalts der einzelnen Auftritte, und dabei beſondere Berückſichtigung des Zuſammenhanges des Einzelnen; Hervorhebung der Bedeutung jedes Auftrittes für das Ganze**); Zuſammenfaffung von dem Hauptinhalt eines ganzen Aufzuges; Leſen der ſo durchgearbeiteten Acte von der ganzen Klaſſe mit Rollenvertheilung 1); Wiederholung des Haupt⸗ inhaltes ſämmtlicher Acte; Zuſammenfaſſung der Haupthandlung des Ganzen; nochmalige Betrachtung des Ganzen nach ſeinen Hauptmomenten(Act für Act) zum Behuf der Auffaſſung der inneren Entwicke⸗ lung der Handlung; und zum Schluß: Beſprechung des Gehaltes.

Ich habe übrigens nicht alle Acte in dieſer Vollſtändigkeit behandelt. Die Abſchnitte, welche nur auf das Verhältniß zwiſchen Max und Thekla ſich beziehen, habe ich bloß vorgeleſen, und dann die Bedeu⸗ tung für das Ganze hervorgehoben und auf den idealen Gehalt dieſer Epiſode hingedentet. Einmal habe ichdie Piecolomini der Privatlectüre überlaſſen; die beiden letzten Acte des dritten Theiles aber ſind beidemal, wo ich den Wallenſtein in dieſer Weiſe behandelt habe, zu kurz gekommen. Im Ganzen ſind das erſtemal(in Prima) 30 und das zweitemal lin Seeunda, anhei Jahre ſaͤten 34 Stundens darauf verwandt.

Die Aufgaben zu Aufſätzen, die ich im Zuſammenhang mit dem Unterricht den Schüͤleru über den Wallenſtein geſtellt habe, ſind dieſe: Inhalt und Zuſammenhang des Prologs; Soldatenleben im Kriege, eine Schilderung nach W.'s Lager(für Secunda, alle übrigen für Prima); Krieg und Frieden, eine Schilderung(für den Krieg hauptſächlich: das Lager, für den Frieden: Piccol. I,. 4.); Was trieb Wallenſtein zum Abfall vom Kaiſer? was hielt ihn ſo lange unſchlüſſig? und was brachte ihn endlich zur Entſcheidung? Entwickelung der Handlung inWallenſtein⸗ 8 Tod, in ſtetem Hinblick auf das Ganze (Vortrag beim Actus); Inhalt und Gehalt des Drama's; Charakteriſtik Wallenſtein's(Vortrag beim Actus). Von den letzten drei Aufgaben iſt jede nur von einem Schüler bearbeitet, die übrigen aber von allen. e ee e nent enn RSr d Wnnanne

Zum Schluſſe diefer einleitenden Bemerkungen kann ich nicht unterlaſſen, noch ein Wort darüber zu ſagen, wie ich ſelbſt dieſe Arbeit beurtheile. Ich weiß recht wohl, daß ich hier nichts anderes gegeben habe, als was hundert andere auch geben können, und was die meiſten, die ſich die Erläuterung unſerer klaſſiſchen Dichtungen zur Aufgabe machen, zu geben verſchmähen, weil ſie es für überflüſſtg halten. Für meinen Zweck aber einen Beitrag zur Methodik des deutſchen Unterrichts zu liefern muß ich es für usſentnch halten⸗ weil ich Kil daͤß viete Lehrer bei der Lectüre von Dramen ſich auf allgemeine Be⸗

Nämlich in immer nur ein Aufßug und dann erſt die Solftändige Beſprechung deſſelben u. ſ. w. *) Die auf die einzelnen Anftritte ſich beziehenden Momente ſind natürlich für jeden Auftritt hinter ein⸗ ander abgehandelt. r) Dieſes Zuſammenleſen machte den Schuͤlern großes Vergnügen, und iſt meiſt, zu meiner Freude, recht wohl gelungen; der Verſuch eines ſolchen Leſens vor der Beſprechung dagegen fiel durchaus ungenügend aus.