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trachtungen beſchränken oder doch vorzugsweiſe auf ſolche eingehen, und weil ich von der Ueberzengung nicht laſſen kann, daß die Auffaſſt ſung und Durcharbeitung des concreten Inhalts der größeren Dichtungen für unſere Schulen immer die Hauptſache ſein muß*). Und dieſe Ueberzeugung liegt mir ſo ſehr am Herzen, daß ich gern etwas dazu beitragen möchte, ſie mehr und mehr geltend zu machen***)ö Die vor⸗ liegende Arbeit iſt freilich mangelhaft genug, das kann ich mir nicht verhehlen(ſie iſt vor Jahren bei der Vorbereitung für den Unterricht entſtanden, und bei dem Drange der täglichen Berufsarbeiten habe ich zu einer eingehenden Ueberarbeitung nicht Zeit gewinnen können): aber ich glaube doch, daß ſie geeignet ſein möchte, die Art und Weiſe der zu Grunde liegenden Behandlung zur Anſchauung zu bringen. Und wenn ſie deujenigen Collegen, welche bereits denſelben oder einen aͤhnlichen Weg eingeſchlagen haben, die Freude gewährt, welche mit dem Bewußtſein eines gemeinſamen Strebens verbunden zu ſein pflegt; und wenn ſie auf der anderen Seite diejenigen, welche bisher von einer anderen Anſicht ausgegangen ſind, zu einer Prüfung der hier entwickelten Behandlungswelſe veranlaßt, dann hat die Arbeit ihren Zweck erfüllt.
Der Prolog.
1) Die erneuerte Bühne wird wieder eroͤffnet.
2) Aber die Künſtler find noch die alten; ſie ſtreben dem Höchſten nach, und das um ſo mehr, da ſie vor einen auserleſenen Kreis von Zuſchauern treten.
3) Denn die Kunſt des Mimen iſt auf den Augenblick beſchraͤnkt, während das Gebilde des Meißels, der Geſang des Dichters nach Jahrtauſenden noch leben.
4) Die neue Aera, welche für dieſe Bühne jetzt beginnt, ermuthigt auch den Dichter, den Zuhörer auf einen höheren Schauplatz zu verſetzen.
5) Und gerade jetzt, bei dem Ernſt der gr oßen Zeit, maß auch Dit Kunſt einen itherer Zung nehmen.
6) J etzt, wo die alte feſte Form wirder⸗ zerfällt, welche vor 150 gahren nach 30 traurigen Kriegs⸗ jahren der Friede ſchuf,— jetzt will der Dichter noch einmal jene düſtere Zeit uns vor das Auge führen, damit wir den Segen des Friedens um ſo beſſer würdigen.(liebergang.)
7) Die Dichtung ſtellt uns in die Mitte des Krieges, der ſchon 16 Jahre lang das Reich
verheert hat.
8) Sie zeigt uns den verwegenen Charakter, der im Streben nach der höͤchſten Stufe d der Ehre als Opfer ſeiner Ehrſucht fiel; aber ſie will ihn anch uuſeren Herzen Aiher Pringen.
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*) Meine Meinung iſt aber, daß es vollkommen genügt, wenn wäßrend der ganzen Schulzeit(alſo in den beiden oberen Klaſſen unſerer Realſchule zuſammen) ein Drama und ein Epos genau dem Inhalte nach durch⸗ gearbeitet wird; das aber halte ich für unerläßlich. Die Art und Weiſe der Behandlung mag immerhin eine an⸗ dere ſein als die hier entwickelte— es kann z. B. ganz füglich die Auffaſſung der Charaktere in den Vordergrund geſtellt werden—; nur auf ein genaues Eingehen in das Einzelne des Inhalts lege ich den Nachdruck. Außer⸗ dem iſt es wünſchenswerth, daß eine Reihe von anderen Stücken kurz beſprochen werde.
**) Eine ähnliche Arbeit über Schiller's„Wilhelm Tell“ habe ich vor einigen Jahren in der„Höheren Burgerſchule“ von Vogel und Körner II. Jahrg. 1853 S. 344— 56 geliefert; und eine Mittheilung über die Behandlung von Göthe’s„Hermann und Dorothea“ in derſelben Weiſr ſde ſch khenbaß III. Jahrg. 1854 S. 289— 307.


