Aufsatz 
Was bedeutet der Name Lüneburg?
Entstehung
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Germ. däd»Tat«; lgbdl. Däddo, Däto, Taãdo, Täto, Tädelbertus, liinebg. Tedo, Tede, Tatendorpe (Tatendorf), Teædanthonp(Tätendorf), Deddenhusen(Dehnsen), Tedelstonhe(Thelstork und Dedelstorf). Germ.*doõd»Urteil. Gericht, Macht«; Lνᷣ⁴. Döõdo, Tödo, Tölo, lüinebg. Todo, Todeke, Todeendonpe (Thondorf), Todeshorn(Totshorn), Totensen(Tötensen). Lgðõd. Tölemannus, lüunebg. Todemannesborgh (Thomasburg). Lbd. Tödehertus, Tödelbertus, lünebg.(*2οbo,*Tobbo,*Topho) Tobeke, Tobinghe (Töpingen, Töbing), Tobbendonhe, Tobbenstede(Toppenstedt),( Tobi) auf dem Tößs(Tobies gc. berge). 6) Germ. E vor e und 7= lgbd. geschrieben, ch= liinebg. k, daneben), ks, tz, s. Dieser Lautwandel findet sich in vielen Sprachen, so im Spätlateinischen, Neugriechischen, Skandinavischen. Auch im Westkfriesischen begegnet kzilik= as. Kelic(Kelch). In Niedersachsen scheint er sich auf das Ostfälische zu beschränken. Es ist anzunehmen, daß auch da, wo die Silbe Zi geschrieben wurde, die Aussprachefi und ti war. Ein überzeugendes Beispiel dafür scheint mir folgendes. Der slavische Ortsname Clenze, alt Clanici, ist immer mit gesprochen worden, wird aber 1004 in einer Urkunde Kaiser Heinrichs II von dem sächsischen Schreiber Claniki(in Drevani) genannt; dem Schreiber hat also die Silbe Ri ähnlich wie 6i geklungen, wahrscheinlich wie Kft oder vfi.

Die Langobarden schreiben Cella(m.), Citherius, Citheo, Adelchinda, die Aussprache ist sicher nicht z gewesen; ob k oder F). ist nicht auszumachen.

Das as. Wort für»Bach« heißt biki, gen. bikies, z. B. wird der Sothrieth-Bach Gilbikiessalhias genannt, d. h. die Teiche des Opferbaches. Wahrscheinlich ist auch der Nominativ biz-yt gesprochen worden; denn in den Urkunden wechseln beständig die Schreibungen biki und bizi. So heißt der Landwehrbach oder Schmarbeck(Nebenfluß der örtze) 1060(ad rivum) Smeribezi, dann Smerbiei, Smerbeke, 1450 Smerbecke, spüůter auch Schmarpke(= Fettbach, Ölbach); der Häsebach, an dem das Forsthaus Niebeck liegt, heißt ZIbisi zivulus(000), Ibiki, Hibibe, Lbeke, IPke, Lble, die Ortschaft Miebke(= am Iéke), Ibiksen(= Ibachshausen), Viebeck(= in Ibeck). der Name bedeutet»Eibenbach«.¹) Die beiden Flüsse des Namens Wietze heißen in älterer Zeit WVizena, an der südlichen Wietze liegt aber Wieckenberg, Wikinabroc. Auch hier ist also das=. Der Name kommt von nd. wieke, sSteckewieke, bastwieke, wietser, engl. witch, Bergrüster, ulmus montana(vgl. Hoops, Waldbäume und Kulturpflanzen im german. Altertum S. 261) und bedeutet»Bergulmenfluß«.*) Das Kloster Medingen ist an dem Orte Celnhusen, Tzelnhusen, Tsellensen erbaut; vergleichen wir mit diesem Ortsnamen den lgbd. V Cella(m.) und das holsteinische Kellinghasen, so werden wir in dem Namen ein früheres*Kellinhusen vermuten.

Zum Schluß sei noch der Name der Stadt Celle erwähnt. Der Ort Alten-Celle an der Aller wird in der ältesten Form des Namens Kiellu genannt, später Tvelle, Tselle, Zelle. Nach dem Vorstehenden haben wir das Recht, den Namen Kyella zu sprechen und ihn als dat. Sg. von h⁴d. chella, mhid. und nd. Eelle, ags. ciella aufzufassen. Die Bedeutung ergibt sich aus folgender Stelle der Straßburger Ordnung der Rheinfischerei 1449(Grimms Wb. unter fackh): Es sol ouch nieman von angondem merzen unz dem meigetage deheine fach noch deheine kelle nit versetszen noch verstellen mit

. iusen, mit körben, mit wartolfen.»Kelle« heißt also eine natürliche oder künstlich hergerichtete Bucht zum Fischen. Der Dativ Kiellu(der Name der Stadt Celle) bedeutet also»an der Fischerbucht«.) Mit diesen Beispielen mag genug erläutert sein, in welcher Weise man für eine Vergleichung der Ortsnamen die nötige Sicherheit über den Lautstand der alten Mundart gewinnen muß. Wenn man nun auf diesem Wege das Alter der Ortschaften bis in die langobardische Zeit hinaufrücken will, so sind natürlich solche Namen wie Diersbüttel als nicht beweiskräftig anzusehen; denn der Name Dietrich war bei allen

¹) Eiben standen auch am Fuße des Kalkberges, wie der Straßenname am Mock zeigt. Er bedeutet»am Eibenloche, was auf eine Schlucht hinweisen würde, wenn nicht Verderbnis aus alffries. ags. loch»Orte anzunehmen ist. An 76 h»Walde ist wohl nicht zu denken.

²) Dazu der Bergname Wieckelah bei Gifhorn(Bergulmenhügel) und der Flurname die Wfetzhorst(Bergulmenwald) bei Scharnebeck. Auch die andere Ulmenart(ulmus campestris) ist in der Heide heimisch, sie heißt elm, wie der Bergname&mhorst bei Visselhövede zeigt; vielleicht gehört auch der Flußname Slmanau(Ilmenau) hierber.

³) Wenn Karl der Große 805 zwischen Bardowik und Magdeburg zum Grenzverkehr mit den slaven den Ort Schezla bestimmt, so ist dieser keinesfalls an der Elbe zu suchen, auch an Scheeßel oder Celle ist natürlich nicht zu denken; die Völker- grenze weist uns vielmehr in die Gegend von Gifhorn; dort kommt bei Kästorf der Flurname auf dem Schesselberge vor, und nicht weit davon liegt bei Westerbeck die alte Sassenburg, gegen die Wenden erbaut und erst 1701 eingeebnet(vgl. Kühnel S. 276 f. und Man. II 239). Dort ist zwischen Aller und Moor der paßartige Ubergang aus dem Gau Gretinge nach dem von Slaven überfluteten Gau Derlingen an der Mündung der Ise(Jsunna=»Eisenfluße wohl nach dem rostbraunen Moorwasser, wie der Eisenbach bei Wrestedt).

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