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Der Name des Gutes Willerding ist in folgenden Formen überliefert: Wilrezinge, Villerten. Willerdinghe, Wildersinghe Borstele. Es scheint der Stamm wil vorzuliegen(læbd. Willari, Gutileradus, Wilivert, altlüneburgisch Willerus, TViller, Willers), nicht der Stamm wila.(lebd. WVildibertus u. à.). Fast gleich ist der langobardische Ortsname de vigo Uuilerengo.
Der Dorfname Hagen(Hagene) ist wohl kaum zu dem(auch leod.) PV Hagano, sondern zu hag „Umzäunung« zu stellen, mit dem die 7eõνdd. Pv Acubardus und Acumärius gebildet sind.
Der in dem Namen Schnellenberg(¶.500 to deme Snellenberge) steckende P Snello(vergl. die Orts- namen Snellingehem, Snelmunteshusa, Snelratingun) findet unter den erhaltenen langobardischen Namen keine Entsprechung, während unter den altlüneburgischen Bürgern ein Snellart vorkommt, von dem Snello die Kurzform ist Dagegen wird der Name Reppenstedt(7797 Kebingtide, 15. fh. Kembenstede, 2e Rebhenstede) entweder zu 7ναd. Ramho, der Kurzform von Ramihert(an. ramr»stark«) oder zu einer Kurzform*Mahho für koëd. Ratehaldus, Radihertus, Raphertus(ahd. hrad eschnelle) gehören.
Wienebüttel oder Wienenbüttel hat ebenfalls einen deutschen Namen. Die alte Schreibung Vinebulle würde mit dem lüneburgischen Flurnamen Vininghe auf den a9s. PY Einn führen. Aber wahrscheinlich ist im Anlaute nicht †h sondern gemeint, wie die spätere Schreibung Winenbotle und die heutige Aussprache zeigt. Dann könnte der erste Teil zu win, got. vinja»Futter, Weide« gehören wie in Windorf und Heriwina (Herwynen in Holland). Möglich ist auch die Herkunft von wini»Freund«(Tgbd. PV Wino) wie in Wininc- homb in Westfalen. Das einfache n des Namens spricht gegen die Ableitung von winnan„kämpfen«, dem Worte, von dem der alte Volksname der Langobarden Winnili abzuleiten ist. Es wäre dann die Kurzform *Winno anzunehmen(*Winninbutle) wie in Winnenroth(Braunschweig). Ob Brockwinkel(DSog Brecwinkle, Io Breckwinkel) durch Vermittlung eines Appellativums(vgl. loõd. bricco»Schelme) oder unmittelbar mit dem Verbum»brechen zusammenhängt, ist nicht auszumachen. Nahe steht auch der Siedehausname Brockhusen.
Das bei Lüneburg liegende Häcklingen heißt in älterer Zeit lο Hekelinghe, Hebelinge, Hekelen. Hammerstein führt dazu einen Kurznamen Haecko an(altlüneb. Bürgername Hacko, fZacke), der hier dann zu Hekilo erweitert wäre. Der Name scheint von hag hagu-„Umzäunung⸗ abzeleitet zu sein und ist mit den dõöd. DV Acuhardus und Acumdrius, die in Italien das anlautende’ verloren haben, zusammenaustellen. Zu vergleichen sind Ortsnamen wie Hegilinga, Haginingan, Heccringehen. Dagegen scheint das Dorf Häcklingen bei Ulzen, das 1330 Hetlinge, sonst auch einmal Hollinge genannt wird, zu Ladu»Kampf« und dem lgbcl. Kurznamen Hatto zu gehören, wie Hetelinga(Hettlingen bei Winterthur), Hetlingen an der Elbe bei Altona und der Volksname aus der Heldensage Hegelinge= Hedeninge. Im Beowulf heißen die Langobarden an der Niederelbe Headobeardan(Hadubarden) ¹) 6
Der Dorfname Rettmer(früher Rethmar, Retmere, Redmer geschrieben) wird»Riedsumpf« bedeuten; weniger wahrscheinlich ist es, daß er einen Personennamen enthält(von der Sippe hrad oder räl). In diesem Falle wäre der altlüneburgische Bürgername Kedmarus heranzuziehen, sowie læoνd. Kado, Radimus, Ratimhaldo. Zu dieser Sippe auch ein 7950. Ortsname de loco Kedingo(altlüneb. P Redingher) und der scheinbar slavische Name des bei Ulzen liegenden Dorfes Ketzien, der 1461 in der Bezeichnung»in deme tegeden to Retsinge in einer Form erscheint, die sich unmittelbar zu den gõd. Namen Redingo und Rasilo stellt.
Das Dorf Vögelsen(Logelsen, Voghelsen, Vogessen) scheint zu dem im Langobardischen nicht nach- weisbaren DV Eugal zu gehören, der in manchen Ortsnamen steckt, z. B. in Fugalinchuson und Eugulsburc.
Das einsame Gehéft Ovelgönne oder Ovelgönne bei Odeme trägt einen Namen, der noch mehrfach in Niedersachsen vorkommt, so bei Hamburg, bei Buxtehude, bei Celle, in Oldenburg. An slavische Herkunft ist also nicht zu denken. An der Quelle der Ilmenau liegt ein einsamer Hof Günne, dessen Name wahr. scheinlich mit Ovelgönne zusammenazustellen ist. Der erste Teil des Namens ist ohne Zweifel von ahd. dt/i, mhd. owe, lat. ouis abzuleiten, wie der Flußname Owilaha(die Aule-bei Hersfeld,»Lämmerbach«). Demnach wird Ovelgönne»Schäferei« oder»Schafstall bedeuten, und die Lage der Orte bestätigt das. Wie aber ist der zweite Teil zu erklären? Am ehesten ist an die Wurzel gin- gan- gun- zu denken; an. gin»Rachen, Meerestiefe«; 7ναd. DV Ginaldus, ags. gin, gyn adi.»klaffend«, under gynne grund Beow. Iwa, ahdl. inginnu aherio«, z. B. Adams Seite ward ingunnin, das ros(das trojanische Roß) sie dô enkunnen an biche und an
¹) Ihre Könige sind Fröda und In-gelg, eine Koseform zu In-ge!d, Inizo, findet sich in dem lünebg. Inzmühlen('. Jh. Entzinge), eine andere im lgod. Ghildulus. Im ags. éfdsid heißzt der König der Langobarden Sced, mit diesem Namen gleich steht der niederelbische, auch lünebg. † Schoof, der indes wohl jüngeren Ursprungs ist(nd. schoof= müd. schoup Strohwisch, Schilf- bündel«). Der lüneb. F†,/ Schoop dagegen ist vielleicht= ags. scop, ahd. scof„Sunger, Dichter«.


