Aufsatz 
Was bedeutet der Name Lüneburg?
Entstehung
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RAledburh»Herrscherburg« vor, z. B. Beowy. I72 healdanne hleöburh wera»zu besitzen die Schutzburg der Männer«. Ferner: hleö-bord»Schutzbrett, Bücherdeckel«, hleoleds»obdachlos«, hleö maeg»consanguineus lecti Particeps« und andere Zusammensetzungen.

Auch eine Weiterbildung durch ein Dentalsuffix ist aus dem ags. zu belegen: NAleöd, hleövd f.»Obdache.

Die Entwicklung des Stammes würde folgende sein: hlizja-, hliwi- und hliww, daraus hliuw' und Aliute-.

Wenn dieser Stamm nun durch ein n-Suffix erweitert wurde, konnte wohl die Sache nicht anders laufen als bei dem Stamme seæha sihza in seiner Nebenform Sia(vgl. as. Sdäuwun neben sähun). Dieser bildet nämlich as. sSiun stf.(ags. seön)»Gesicht, Sehvermögen«, qat. Sg. an thinaro siuni»in deinem Auge«, ferner gesiun tn. und gisiuni stf. und n. So konnten also von A4licw hliu- wohl die Erweiterungen*hliun oder hliuni»Gezelte, Lager, Hüttenort« gebildet werden. Auch die Bedeutung»Schutzort, Zufluchtsort« konnte darin liegen, wenn man die Bedeutungsentwicklung des Wortstammes in den angeführten Beispielen erwägt. Ich halte also den Namen Hliuni für ein Kollektivum zu gol. hlija, entweder als Nominativ oder als Dativ von*hliun.

Man wird mir nun einwenden, es sei doch sehr unsicher, eine solche Wortbildung zu vermuten, die nirgends nachgewiesen werden könne. Aber sie ist ja tatsächlich nicht allein in dem Namen Eliuni erhalten, sondern noch in verschiedenen sächsischen, friesischen, thüringischen und hessischen Ortsnamen. Da ist in sächsischem Gebiete zuerst Lünen an der Lippe(Vordhliunon und Sudhliunon, ein dat. pl.»in den Gezelten«; in der Nähe ist ein altes Römerlager), sodann Lohn an der Ems(Hlcon), ferner in Friesland bei Texel das untergegangene Leonspic, Leunspih»Schutzverzäununge, weiter bei Salzungen LZeunbach»Zeltbache, heute Leimbach genannt, und ein Hügel bei Fulda Leohunhoug d. h.»Zeltbergs.

Bei der hervorragenden Bedeutung des Kalkberges, di ser natürlichen Burg des Landes, für die Verteidigung und der Salzquelle für den Handel ist anzunehmen, daß schon in vorsächsischer Zeit eine Ansiedlung in dieser Gegend vorhanden gewesen ist. Meine Vermutung würde deshalb an Wahrscheinlichkeit gewinnen, wenn sich nachweisen ließe, daß der Name Eliunti zu langobardischer Namengebung in Beziehung stände. Die von Bruckner dafür angeführten Namen habe ich zwar als lautlich nicht übereinstimmend zurückweisen müssen; aber ich glaube in einer Anzahl anderer Namen die Stämmehliwi und hliunt auf- gefunden zu haben. Diese Stämme würden im Langobardischen, da diese Mundart in Italien den Anlaut ¼/ zu? vereinfacht hat, germanisches 7 unverändert läßt, inlautendes w nach Vokalen(geschrieben» oder ²) erhält, silbenauslautendes nach kurzen Vokalen zu à oder 0 vokalisiert und endlich statt iu selbst vor folgendem unde häufig eu oder eo setzt(Teudemdri, Teodemdri), in der Gestalt livi und leoni- zu erwarten sein. Und mit diesen Stämmen sind in der Tat mehrere langobardische Personennamen zusammengesetzt: Liviperga, Leonipertus(Leonpertus, filius Leoni), Leonbrandus. Es ist mir nicht unbekannt, daß diese Namen bisher von dem Stamm des ahd. lewén, liwén»gnädig, günstig sein« abgeleitet werden; aber lautlich steht meiner Erklärung nichts im Wege, und die Bedeutung des Stammes hliaw»Schirm, Schutz, Obdache oder »Zelt, Lager« paßt für diese Zusammensetzungen mit berg»bergen«, berht»Glanze und brand»Schwert« sehr gut. Der Vater des Leonpertus, der Leo heißt, trägt also keinen lateinischen Namen, wie schon Bruckner (S. 277) bemerkt; sondern sein Name ist die Kurzform eines deutschen Namens. Nach meiner Vermutung ist ZLeo hier= Hleo. Vielleicht ist der alte Name für Ulzen Lewenwolde mit diesem langobardischen Kurznamen zusammengesetzt.

Will man nun versuchen, die Stelle, wo das alte Hliuni gelegen hat, genauer zu bestimmen, so weist ja meine Ableitung und Deutung des Namens als»Schutzort, Zufluchtsort« auf die oben schon erwähnte Annahme hin, daß Hliuni die Ansiedlung am Kalkberge oder der Kalkberg selber sei. Denn dieser Felsen mußte immer der natürliche Zufluchtsort, die natürliche Burg für die ganze Umgegend sein. Es ist aber noch festzustellen, ob die Angaben der Chronisten sich mit dieser Annahme vereinigen lassen.

Der Ort des Lagers Karls des Großen wird von den Chronisten in dreifacher Weise bezeichnet. Die erste Fassung bieten die annales Laureshamenses,»Domnus rex tamen resedens ahud Bardunwihe und das davon abhängige chronicon Moissiacense mit dem Lesefehler zecedens statt zesedens. Das Lager befindet sich also bei Bardowik. Die zweite Fassung finden wir nur in den annales Einhardi.,»iuxta locum gui Bardenwih vocatur hositis castris«, der Sinn ist von der ersten nicht verschieden, das Lager ist in der Nähe von Bardowik aufgeschlagen. Die dritte Fassung zeigen die annales Laurissenses und die davon abhängigen ann. Tiliani, Fuldenses und das chronicon Reginonis:»-usgue ad fiuvium Albim Bervenit, ad locum Qui dicitur Hliuni«(Fuld.-»bervenit usgue ad locum guem vocant Hliunic). Das heißt: Er kam bis an die