Aufsatz 
Die Trachinierinnen des Sophokles
Entstehung
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verstanden haben, der in diesen Worten einen Vorwurk zu finden vermag! Ausserdem ist die Vergleichung mit dem Philoktet ganz verfehlt, da der Chor dort eine ganz andere Stellung hat als hier. S. 131. ist ein ganzes Nest von Confusion, gebaut aus den willkürlichsten Voraussetzungen, in welches ich jedoch nicht weiter stören will, da ich mieh hierbei zu langee aufhalten müsste. Auf derselben Seite werden Hyllos und Lichas mit dem Gewande ab- geschickt, während kurz vorher von Hyllos allein die Rede war. Eine Stelle gleich ausgezeichnet dureh lögische Schärfe und durch stilistische Gewandtheit ſindet sich S. 132., wo es heisst: der Zorn des Heralles muss sich gegen diese Unschuldigen(nemlich den HIyllos und Lichas als die Ueberbringer des Gewandes) wenden. So machte es denn auch der Dichter. Herkules ergreift den Lichas und zerschmettert ihn am Felsen. Aber den IIyllos? Diesen be- hielt sich der Dichter noch übrig, um mit ihm noch Ferneres auszurichten. S. 133. ist der Verfasser geneigt zu glauben, die Eifersucht der Deianeira sei unbegründet; wieder eine ganz willkürliche Voraussetzung, durch welche die Tragödie völlig zerstört wird. S. 134. ſinden wir den Verfasser wieder in Widerspruch mit dem Dichter. Herkules, sagt er, zog das letztemal, als er die Deianeira verliess, nicht aus wie zum Tode, sondern wie zum Siege, er schied nicht auf immer, sondern auf baldiges Wiederschen. Im Sophokles steht gerade das Gegentheil, v. 154. folgende.

Als unser Fürst IIerakles auf den letzten Zug Ausging von unserm Hause, liess er mir daheim Zurück in alter Tafel eingegrabene

Gebote, die er früher, wenn zu manchem Rampf Er frisch hinauszog, nie gewagt mir kund zu thun. Denn wie zu Thaten zog er, nicht zum Tode fort. Doch jetzt, als wär' er schon dahin, bestimmt er, was Mein Wittwengut sein sollte, sagte, welches Theil Des Vatererbes jedem Rind er ausgesctzt:

Zugleich erklärt er, wann er nach drei Monden Zeit Und eines Jahres Umlauf nicht zurückgekchrt,

So sei zu sterben ihm verhängt in dieser Frist. ete.

S. 183 zicht er gegen die Solger'sche Ansicht zu Felde. Nachdem er dessen Worte angeführt, fährt er fort: man dürfte sonach auf ein Feuerwerk gefasst scin und doch kommt die Apolheose selbst gar nicht vor, noch weniger macht sie, wie es nach Solger's ungeschickten Worten scheinen muss, dessen poeti- schen Inhalt aus, und merkwürdig genug, S. 135 sagt er selbst: der Held ver- steht jetzt die Wahre Auslegung(des Orakelsy) und leitet die Apotheose ein, mait der das Stück hochpoetisch schliesst. Doch genug; ich bin es müde, noch ferner der Fährte dieser Irrthümer nachzugehben, und ich glaube, die ge-