Aufsatz 
Die Trachinierinnen des Sophokles
Entstehung
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lichen vorzubereiten. Von der Schilderung dieser Leiden erschüttert verlässt Deianeira unter den Vorwürfen ihres Sohnes schweigend die Bühne.(v. 309.) Nun wird dem Chor der Sinn jener Weissagung klar, dass Herakles nach zwölf Jahren das Ende seiner Mühen finden solle; denn der Tod befreit den Sterblichen von jeglicher Mühseligkeit, und diesem kann er, von dem mörde- rischen Gifte verwundet, nicht entgehen.

Reichliche Thränen wird nun wohl die Arme weinen über das verderb- liche Geschick, zu dessen Vollstreckerin sie die Götter ausersehen.

Weh, düstrer Speer, voran herrschend im Rampfgewühl, Weh, der du die hurtige Jungfrau von Oechalia's Ilochragender Burg entfährt! Wohl helfend erschien Rypris dir, welche der Lieb' heimlichen Bund knüpfte.(v. 359.)

Aber schon sind ihre Thränen getrocknet, denn ihr Auge ist für immer geschlossen. Die ganze Trostlosigkeit ihres künftigen Lebens überblickend, von ihren cigenen und des Sohnes Vorwürfen niedergebeugt, kennt sie keine andere Rettung als den Tod, und che noch IIyllos, unterdessen von der Un- schuld seiner Mutter belehrt, sie retten kann, ist sie schonden letzten Pfade von allen Pfaden fortgewallt.(v. 942.) Dieses neue Unglück entlockt dem Chor wieder schmerzliche Rlagen über das unselige Geschick des Herakles und der Deianeira und zugleich den Wunsch,ein günstiger Hauch der Lüfte möge ihn hinwegnehmen, damit ihm der Anblick des entsetzlichen Leidens des IIerakles, dessen Ankunft bereits nahe Tritte verkünden, erspart werde. (v. 966.) Noch schläft der Unglückliche, erschöpft von den gewaltigen Schmer- zen, aber die lauten Rlagen des IHIyllos, der eben aus dem IIause zurückkehrt und seinen Vater für todt hält, wecken ihn auf, und von Neuem durchtobt ihn die Wuth der Rrankheit mit solcher Ieftigkeit, dass er seinen Sohn bittet, ihn zu durchbohren. So furchtbar nun auch dieser Schmerz schon an und fur sich ist, so schr wird er noch gesteigert durch das ihm beigemischte bittere Gefühl, dass er, Zeus Sohn, der alle Gefahren und Rämpfe ruhmvoll und sieg- reich überstanden, einem schwachen Weibe unterliege, und dass er selbst, von der Gewalt der Schmerzen bezwungen, gleich einem Weibe sich gebehrde. Nichts ist ihm geblieben von seiner frühern IIeldenkraft als die Erinnerung. Noch einmal lässt er sein ganzes thatenreiches Leben vor seinen Blicken vorü- bergehen, und wünscht dasselbe durch die Bestrafang derjenigen, welche dies Verderben über ihn brachte, würdig zu beschliessen.

. Mag sie kommen nur, Damit sie lerne, Jedermann es kund zu thun, Die Bösen straf' ich lebend, und im Tode noch!(V. 1101.) 0