Aufsatz 
Die Trachinierinnen des Sophokles
Entstehung
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Ganz ausser sich über diese Mittheilung und jedes eigenen Gedankens un- fähig, wendet sie sich an den Chor, und dieser ertheilt ihr den Rath, den Li- chas selbst zu befragen. Gleich darauf tritt dieser auch aus dem Palaste, um zu seinem Herrn zurückzukehren. Anfangs zwar weicht er jedem Geständniss aus; aber auf die Länge kaun er den Ermahnungen und der edeln Gesinnung der Deiancira und dem freundlichen Zureden des Chores nicht widerstehen, und so bekennt er denn

WMohl ist es also, wie der Mann dir kundgetlkan. Ein mächtig Sehnen hat um sice den Ilerallles Ergriffen, ihretwegen hat Oechalia,

Ihr jammervolles Vaterland, sein Speer vertilgt.

WVährend dieser Unterredung ist ein Gedanke in der Scele der Deianeira aufgestiegen, von dem sie Rettung hofft. Lichas darf nicht ohne Gegengaben zu dem IIerakles zurückkehren und deshalb kehren beide in den Palast zurück. (v. 496.) Dann besingt der Chor die siegende Macht der Liebe und deren ge- waltige IHerrschaft über Götter und Menschen; diese hat auch die beiden Freier zum gewaltigen Streite um die Deianeira zusammengetrieben.(v. 527.) Wühk- rend sich Lichas im Palaste noch mit den Gefangenen unterredet, kehrt Deia- neira zurück und theilt dem Chore mit, was sie ausgesonnen, um die Jole aus dem Herzen des Herakles zu verdrängen und seine Liebe wieder zu gewinnen. Sie besitzt nemlich in dem Blate des von jenem getödteten Rentauren Nes- sos einen Liebeszauber; mit diesem hat sie ein Rleid gesalbt und hofft so ihren Gemahl zu bezaubern Der Chor billigt ihr Vorhaben und fordert sie zu einem Versuche auf, und so empfängt denn der mittlerweile zurückgekehrte Herold das Kleid, um es seinem Herrn zu überbringen.(v. 629.) Nun folgt ein Chorgesang, in welchem der Chor seine Freude über die endliche Rückkehr des IHerakles äussert und den Wunsch ausspricht, er möge eilen und seine trauernde Gattin von ihrer Sorge befreien.(v. 659.) Aber kaum hat der Chor seinen Gesang beendigt, da stürzt die Deianeira in der grässten Aufregung und Bestürzung aus dem Palaste. Etwas Unerhäörtes hat sich begeben, was ihr Herz mit den bangsten Aknungen erfüllt. Die Wolle, mit der sie das Rleicdh gesalbt und die sie zufällig in die Sonne geworfen, ist gleich Sägespähnen zerbröckelt und an dieser Stelle ein blasenhafter Schaum zischend aufgestiegen. Jetzt erst, aber ach zu spät, versteht sie den tückischen Rath des Nessos, und es ist kein Zweifel, sie hat ikren Gemahl gemordet, das vergiflete Blut des Rentauren muss ihn tödten.(v. 730.) Ilire Ahnung wird zur schrecklichgten Gewissbeit durch die Ankunft des Hyllos, der in der eigenen Mutter die Mör- derin des Vaters anklagen muss; er selbst hat die furchtbaren SNirkungen je- nes Gewandes geschen und ist vorausgecilt, um den Empfang des Unglück-