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scheidenden, Rampfe beizustehn.(v. 93.) Nun tritt der Chor von Jungfrauen auf, aus Theilnahme für die Deianeira herbeigeführt. Zuerst fleht er den HIe- lios an, den Aufenthalt des Herakles zu entdecken, damit die nimmer ruhende Sehnsucht der trauernden Gattin gestillt werde; dann wendet er sich an die Deianeira und sucht sie theils durch allgemeine Betrachtungen über das Men- schenloos, theils durch den Gedanken zu trösten, dass Herakles unter der be- sonderen Obhut der Götter stehe.(v. 159.) Aber ihr tiefbekümmertes Herz ist solchem Troste nicht zugänglich; nur ein Weib kann die ganze Grösse ihres Schmerzes ermessen und nachempfinden.(v. 176.) Während dem naht ein Bote und bringt die freudige Nachricht, dass Herakles lebe und als Sieger heranziche; er hat es von Lichas, Herakles IIerolde, selbst vernommen und ist vorausgeeilt, um Dank und Lohn von der Deianeira zu ernten. Es ist die erste Freude, welche der Unglücklichen nach langer Zeit zu Theil wird, und diese ist um so grösser, je weniger sie dieselbe hoffen durfte.(v. 202.) Auckh auf den Chor macht die Nachricht einen mächtigen Eindruck und er stimmt ein begeistertes Freudenlied ein.(v. 225.) Immer näher rückt der Augenbliek, wo die schnlichsten Wünsche der Deianeira in Erfüllung gehen sollen; schon naht Lichas mit einer Schaar von gefangenen Frauen und nur ein Dankopfe⸗ für die glückliche Eroberung Oechalia's hält den Herakles selbst noch zurück. Unterdessen erzählt Lichas von den Schicksalen seines Gebieters Wäbrend der langen Abwesenheit.(v. 239.) Alles ist geeignet, das Herz der Deianeira zur Freude zu stimmen, aber sie bleibt ernst und eine tiefe WYehmutk befällt sie. indem sie das unglückliche Loos der Gefangenen betrachtet. Unter diesen ist es vorzüglich Eine, durch Jugend, Schönheit und edles Wesen hervorste- chend, die ihre ganze Theilnahme rege macht und den Wunsch in ihr erweekt, etwas Näheres über ihr Geschlecht und ihre IIerkunft zu erfahren. Da aber Lichas dieselbe nicht zu kennen behauptet, und die Gefangene, ganz in die Empfindung ihres Unglücks verloren, keine Antwort giebt, so beruhigt sieh die Deiancira. Darauf verlassen sie sämmtlich die Bühne, um in den Palast zu gehen; nur Deianeira bleibt, von dem Boten zurückgehalten.(v. 357.) Dieser macht ihr denn die entsetzliche Mittheilung, dass die ganze Erzühlung des Lichas ein Lügengewebe gewesen sei, ersonnen, um sie zu täuschen; denn er hat es aus dessen Munde selbst vor vielen Zeugen vernommen dass Jener nur
Um dieser Jungfrau willen stürmt' Oechalia,
Die hohe Burg des Eurytos, dass Eros nur
Von allen Göttern ihn gelockt in solchen Rampf. ¹)(v. 554.)
1) Uebersetzung von Donner-


