Aufsatz 
Über Sophokleische Naturanschauung
Entstehung
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kräftigere Symbolik, eine symbolische Plastificirung der Verhältnisse, bei Aschylus spricht treffend A. Schöll in den Beiträgen zur Kenntniss der tragischen Poesie der Griechen, Berlin 1839, S. 434.

20) s. eben da v. 371, 374, 389, 454.

21) ebenda v. 397, 413, 419, 454. vgl. K. O. Miller Gesch. der gr. Literatur B. 2. S. 127.

22) v. 660. 1426. vgl. Rurip. Deorum popularium contemtor, scr. E. Mäller P. 8.

23) Philoctet. 297.

24) s. besonders Ajax 554: 8 ¼ τ¶ ¶ᷣνειυν ydo 11σενυ*1ισατοσ Biog etc., womit wieder die Stelle in den Trachinierinnen v. 144: 15A⁴% νεέαεμοινιεν τοοασς⁶ε εοσασαεεα XCG5OOασρυσν ατον τυι mνι ϑιισ ϑεοσν ⁶˙ 31,90 090 ren,trον 050 2ove, sehr grosse Ahnlichkeit hat. 4

25) Oed. Col. 106 7*, 6 Ʒπνεi nadeg dοναεονƷ2d. Sehr schön hat schon Schlegel in seinen berühm- ten Vorlesungen über dramatische Kunst diese Bedeutung der Erinnyen für üdipus ins Licht gesetzt. Ueber den tieferen Sinn der Tragödie vgl. auch K. O. Müller Eumeniden S. 173.

26) s-. ebenda v. 17 u. d. flg. u. 671 680.

27) HBεννμμιο αι⁴ν, 1ετον, IIαl ddycν ꝓα spricht erinnernd der Chor zu Neoptolemos, v. 845. Unwillkürlich denkt man dabel an die ganz ähnliche Scene in Euripides Orest, wo die Schwester den Schlat des geisteskranken Bruders hütet und den Chor, in meist dochmischen, auf cigenthiimliche Weise gesunge- nen Versen, die mit älmlichen Aufforderungen des Chors an sich selbst abwechseln Gvgl. Herm. Eurip. Orest. Lips. 1841 zu dieser Stelle) auch gunz leise zu sprechen wie aufzutreten erinnert, nur mit etwas gesuchteren Worten.(s. besonders v. 145. Gνεοωο νπαmQη̈ν‿ μαιον Ʒννοωαον,)] 1,ℳ, 6εε 1να Gewiss hatte zu dem Effekt, den der Philoktet hervorbrachte, auch jenes Schlummerlied viel mit beigetra- gen, und es ist gar nicht unwahrscheinlich, dass wir diese Anfangsscene in dem Orest vornehmlich ihm und diesem giinstigen Eindrucke, den es hinterliess, zu verdanken haben, zumal da der Orest nur ein Jahr nach dem Philoktet(OI. XCII, 4) gegeben wurde.

28) Trachin. 978. 4

29) frg. Soph. bei Dindorf 563(aus den Tympaunisten) ꝙeð. εν, 1tε τoοντνι νέαμμ νμέεοινƷ 10,01 Toĩ1ο enaꝑyααςσααeνια τσ önd are² IIoxrijg dνκονυι*άαόαάαοςσ εα‿οισν οω. Ueber die Allmacht des Schla- fes vgl. Ajax 675. Antigone 606. B

30) vgl. Droysen u. a. O. S. 486 u. S. 497.

31) Wie im menschlichen Leben Leid auf Lust und Lust auf Leid deutet und in der menschlichen Scele beide, die Lust wie das Weh, ihre Gegensätze nicht nur als nothwendige Ergänzung fordern, sondern auch wirklich in sich schliessen und in ihren Extremen fast ganz in einander ibergehen, hat unter den Dichtern des Alterthums wohl kaum ein anderer so tief empfunden und durchschaut als Sophocles. Wie Lust auf Leid deutet, bringt er in dem maasslosen Jubel des treuen Schifferchores im Ajax, als er aus seines Fürsten zweideutiger Rede dia Versicherung das Leben ferner ertragen zu wollen heraus hört,(s. Ajax v. 694 u. d. fl.), in der freudigen Hoffnung des Chors der Greise im König Oedipus bald einen Sprössling der Götter in Oe- dipus zu begrüssen, unmittelbar vor der Enthiillung des grässlichen Geheiennisses sciner Abkunft(Oed. rex . 1086.), in dem festlichen Jauchzen des Jungfrauenchors in den Trachinierinnen, als ein bekränzter Bote von Hera- kles mit froher Nachricht, aber doch ein unheilbringender Bote, naht,(Trach. v. 205), in des arggetäuschten Philoktet rührender Freude, als Neoptolem die heissersehnte Heimfahrt ihm verspricht,(Philoct. v. 530), auf die ergreifendste Weise zur Anschauung. Eben so, wie Leid auf Lust deutet, in dem so tief, aber eben aus dem angegebenen Grunde zugleich so sanft rihrenden Nonologe Elektrens, als sie den Aschenkrug mit den vermeintlichen Ueberresten des Rruders in fänden hält, während der Todtgeglaubte neben ihr steht,(Electra 1126.), und in deem ganzen Oedipus auf Kolonos, wo Leid und Lust auf das Wunderbarste sich iu einander weben. (Auf manches Tieferliegende deutet Gruppe hin in mehreren Stellen seiuner Ariadue, z. B. 3. 186. 174. 206.) Wie aber das Leid an sich eine tiefe Lust in sich schiiesst, namentlich das in Klagen sich auflösende Leid wird uns vor Allem an Eleetrens Trauer um den ermordeten Vater(s. vornehmlich Electra v. 150, vgl. 8 Bemerkung eines alten Erklärers bei Welcker a. a. O. Th. 1.§. 210) und an Ajax Monolog vor seinem Tode klar; aber es misste hier tiefer eingedrungen, es miisste aueh auf die Siissigkeit eingegangen Wer- den, die der Dichter selbst dem an sich durchaus Schmerzlichen und Leidvollen lediglich durch seine Be- haucdllung, durch die Art, wie er es in Worten sich darstellen lässt, durch seine weise Mässigung in Aufre- gung der Gefthle, die in zu heftige Affekte sich verwande knh jene echte tragische Rührung durchaus aus- schliessen, mitzutheilen Wusste, wenn eine grünclfiche umdt umfassencke Erörterung des Gegenstandes hier gegeben werden sollte. Sehr schon sprach sich übrigens Sophocles selbst uber diese Verwandtschaft