Aufsatz 
Über Sophokleische Naturanschauung
Entstehung
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Die seltsameldee ibrigens Panses in denRhapsodieen iber die Entwickelung des Sophokleischen Philoktet5 Weimar 1839, dass der Herakles am Schlusse dieser Tragödieniemand anders als Odysseus oder sein Helfershelfer, sei, scheint wenig Auklang gefunden zu haben. Erstens wäre dies ein durchaus unwür- diger, nicht sophokleischer Schluss einer Tragödic, weit besser eignet sich für die Tragödie und für So- phokles die Idee, dass, woran menschliche List und Schlauheit scheitert, die Götter leicht zum Ziele füh. ren. Daun begreift man auch nicht, wie dies den Zuschauern iberhaupt hätte bemerklich gemacht wer- den sollen, dass sie hier nicht den wahren Herakles vor sich hätten; wenigstens hätte die Handlung ganz in das Komische hineingezogen werden missen, wenn dies geschehen sollte. Auch ist Herakles hier gar kein eigentlicher Deus exr machina, nur mit der Auktorität eines Freundes und Wohlthäters, des ur- spriinglichen Besitzers der Pſeile, um die essich handelt, wirkt er auf Philoktet ein. Dass Ajax vor den Au- gen der Zuschauer sich in das Schwerdt stürzt, ist allerdings eine Ausnahme von der Regel, und selbst bei Aschylus geschieht nie öffeutlich eine so blutige That, doch hat sein Tod nichts Grausenhaftes, in eine weiche Stimmung versetzt uns das ihm vorausgehende Selbstgespräch, und offenbar fasst ihn Sophokles als eine versöhnende, ihn mit den Göttern, mit Odysseus, mit sich selbst aussöhnende That; es ist ein Tod nicht ganz unäihmlich dem des Oedipus.(s. v. 756. 419. 1⁴ν* 7 X⁴⁵ιις ¹ l⁴ς 189νeα 10* εέ qo⁵, 1334 u. d. flg.) Auch bleibt es immer wahrscheinlich, dass Ajax dabei von dem Dichter nicht ganz offen vor die Augen der Zuschauer hingestellt wurde, wenn pleich die Art, wie dies bewirkt wurde, schwerlich mit Sicherheit sich ausmitteln lässt.(vgl. die Verhandlungen hierüber in Lobecks Ajax, ed. altera, P. 360, die Rec. dieses Werkes von K. O. Miäller in den Göttinger Anz. 1838. St. 110. 111. S. 1099 1102 und Klausens Rec. der Eumeniden des Aeschylus von K. O. Müller in der Zeitschrift fiir Alterthumswissensch., 1834, No. 40. S. 328. 8.) Vgl. auch die Abh. Gräfenhans in den Verhandlungen der dritten Vers. deutscher Philologen und Schulmänner, Gotha 1841, iber Aristophanes als ästhetischen Kritiker S. 108, wo nur die Schlussworte jener ergötzlichen Scene in den Acharnern oIαmςα Od, 2ταπση⁶ινπν Hονινν, anders, nelunlichStehst du noch, gehst du nicht, da du den ganzen Euripi- des hinuntergeschluckt hast zu ibersetzen waren. In dem Sophokleischen Oedipus trat allerdings auch Oedipus in dürftigem, schmutzigem Gewande auf, aber nur von Polynices, nie von Oedipus selbst, wird die Aufmerksamkeit darauf hingelenkt(v. 1259, auch 1597). Eine Vergleichung der Philoktete beider Dichter in dieser Beziehung würde hier zu weit führen, auch kennen wir den des Euripides doch nur unvollkommen. In Lumpen trat freilich eigentlich auch der Euripideische Philoktet nicht auf(s. Eur. frg. ed. A. Matthiae, P. 280), sondern in Thierfelle gehillt; bei Sophokles indess brauchen wir auch das nicht anzumelunen, da dieser ihn Fremde, die nach der einsamen Iusel getrieben werden, bisweilen auch mit einem neuen Kleide beschenken lässt;(v. 309.) Anιαονιέεέ̈ος konnte er sich auch ohne das nennen (226). IEinmer musste seine äussere Erscheinung bei Euripides etwas ganz besonders Jammervolles haben, sonst hätte Aristophanes doch auf keinen Fall in der Art, wie er es in den Acharnern thut, davon sprechen können. Gl. Welcker die griechischen Tragödien, Abth. 2, S. 514. Ueber Panses Annahme K. Fr. Her- mann de distrib. personawrum etc. s. 19.)

9) Thucy d. 2, 40 ⁵οωσάάν õ‿υλεμνν Qἀ εε τιεε⁴ασmςσ.

10) s- meine Geschichte der Th. der Kunst B. 1. S. 159 u. 266. Auch die in die Liifte entriickte Helena im Orest gehört in diese Kategorie, ja auch die auf dem mit beflügelten Drachen bespannten Wagen davon fahrende Medea, denn auch hier fehlte dem Ausgange der Tra gödie die wahre innere Erhabenheit.

11) Die Göttererscheinungen bei Aschylus und Euripides ist es wohl nicht nöthig erst herzuzählen, nur bei Ruripides jedoch sind es den sonst nicht zu entwirrenden Knoten lösende Dei ex machina. Dass Sopho- kles Philoktet Wohl nicht zu diesen zu rechnen ist, ist so eben bemerkt worden; aber auch Tragödien, in denen, wie in Aeschylus Eumeniden und Promethee, ferner in Meerglaukos, in der Lykurgee und in der Psychostasie, die handelnden Personen selbst Götter geweseu wären, hatte er etwa mit Ausnahme seiner Niobe, wenn dies eine Tragödie war(vgl. G. Hermann de Aeschyli Niobe Lips. 1823 u. Welcker a. a. 0. S. 287, u. d. fl.), nicht. Geistererscheinungen haben bei Aeschylus unter den uns erhaltenen Stiicken die Perser und die Eumeniden, bei Ruripides die Hekuba, etwas Gespenstisches hat aber bei ihm auch die den Armen des Todes entrissene Alcestis, uud auch Herakles kehrt im Houxlis 14⁴υ⁶μέεμνοο aus der Unten- welt zurück noch seltsamer aber ist bei ihm das Trugbild der Helena, das uns indess freilich auch nicht; vor das Auge geführt wird. In Sophocles erhaltenen Stücken findet sich nichts der Art, ein- mal indess erschien allerdings auch bei ihm ein Geist, in der Polyxena der des Achilles(s. Welcker a. a.

O., S. 178.) Die allegorischen Wesen, die bei Aschylus auftreten, sind Kodros und Bia im Prometheus,

in den Xuntrien sah man auch die A1öοα in Person,(s. Dind. frg. 155), Dei Ruripides erschien dasselbe *