Nie ſieht man Blätter ihm entfallen, Es iſt die Blume zäh vor allen, Man heilt damit engbrüſt'ge Greiſe, Den übeln Atem gleicherweiſe.
Dochknicht die Gegenden, wo fließt Der Ganges ſtattlich; nicht das Land, Durch das der Hermus ſich ergießt, Der trübe wallt von Gold und Sand; Auch nicht Arabien, wo die Luft Geſchwängert ſtets mit Weihrauchduft; Nicht Medien, an Wäldern reich, Kommt dir an Ruhm, Italien, gleich. Hier wurden, wie im Kolcherland, Nicht Stiere vor den Pflug geſpannt, Die, feuerſprühend, urbar machen
Das Feld für Zähne eines Drachen; Nie trug die Flur ſtatt goldner Ähren Behelmte Männer hier mit Speeren. Doch wogt die Saat im Thale ſonnig, Von Hügeln lächelt Bacchus wonnig, Das Vieh wird hier des Daſeins froh, Und wo gedeiht der Olbaum ſo?— Das Schlachtroß ſtürmt dahin, die Erde Berührend kaum; o ſieh die Herde Schneeweißer Rinder, prächt'ger Stiere, Die oöft geſchmückt als Opfertiere,
In des Clitumnus klaren Wogen Gebadet, im Triumphe zogen
Mit Siegern zu dem Kapitol!—
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Ein ſchön'res Land— wo fänd' ich's wohl?—
Es herrſcht ein ew'ger Frühling hier, Der Winter ſelbſt ſcheint Sommer dir, Das Vieh trägt zweimal, zweimal trägt Der Obſtbaum, wenn er gut gepflegt. Doch fern der Löwen grimme Brut, Der Tiger, welcher lechzt nach Blut; Den Sammler täuſcht kein giftig Kraut. Nicht ringeln mit geſchuppter Haut,
In Windungen, in furchtbar⸗langen, Am Boden hin ſich Rieſenſchlangen.
O ſieh die große Zahl der Städte,
In Kunſtfleiß eifernd um die Wette, Die Burgen hoch auf Felſenwänden; Bemooſt Gemäner allerenden,
An dem vorbei die Ströme gleiten, Erinnert an uralte Zeiten.
Zur rechten ſieht man, wie zur linken, Ein Meer im Sonnenglanze blinken. Dann ſchau die Seen, ausgegoſſen
In weite Becken und umſchloſſen
Von Rebenhügeln rings umher;
Wie glänzt der Larius ſo prächtig, Nicht minder der Benacus, der,
Wenn er ſich regt im Sturme mächtig, Faſt überbrauſt das weite Meer!— Und ſoll ich reden noch von Dämmen, Die ſtets der Fluten Andrang hemmen Die des Tyrrhenermeeres Welle Einlaſſen an beſtimmter Stelle
In Seen, die Häfen nun, drin Flotten Der Wut erzürnter Wogen ſpotten?
Dies Land führt Goldſtaub in den Bächen, Hegt Silber in der Berge Schacht, Indes vom Höchſten gilt's zu ſprechen, Von Völkern, die's hervorgebracht, Erprobt in jeder Männertugend,
Von der Sabeller Heldenjugend,
Von Ligurern, gewöhnt an Müh'n,
Von Volkskern, Lanzenſchwingern kühn; Und Helden hat's erzeugt in Fülle,
Als Decier, Marier und Camille,
Und Scipione, nie beſiegt,
Und, Cäſar, Dich, dem unterliegt
Im fernſten Oſten jetzt der Inder!— Heil dir, Heil dir, Saturniſch Land,
Der Helden Mutter recht benannt,
Der Früchte Spenderin nicht minder!— Entſiegeln will ich des Geſanges
Urheil’ge Quellen, um zu ſingen
Ein Lied, das ſoll gewalt'gen Klanges Weit durch Italiens Städte dringen,
Daß Latium nicht beneide länger
Böotien um ſeinen Sänger.—
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Nun gilt's, ein Wiſſen höchſt belohnend, Des Bodens Arten aufzuzeigen,
Die Kräfte, jedem innewohnend,
Die Farben, welche jedem eigen.
Auf kargem, hügelichtem Grunde,
Wo magyrer Lehm und Kiesgeſtein,


