Er däucht' in ſeinem Blumenreich
An Glück ſich einem König gleich.
Und wenn bei ſpäter Abendzeit
Er kehrte heim, da war nicht not,
Ein wohlfeil Mahl ſtand bald bereit Aus dem, was Feld und Garten bot. Er pflückt' im Lenz die erſte Roſe,
Das erſte Obſt im Herbſt vom Baum, Und wenn mit Schnee und Sturmgetoſe Der Winter kam, erträglich kaum,
Was that's?— Er ſchnitt im Januar Der Hyacinthe lockig Haar,
Und ſchalt den Frühling langſam, träge, Weil er ſo ſpät zu kommen pflege
Mit Zephyrweh'n und Licht und Wärme. Dort waren Pinien zu finden,
Ergiebig ſehr, und ſaft'ge Linden;
Er ſah die erſten Bienenſchwärme,
Und junge Brut, und aus der Wabe Schnitt er zuerſt des Honigs Labe;
Was in dem Blitenkleid erfreulich
Der Baum verſprach, gab er getreulich An Früchten. Jener maß die Räume Wie nach der Schnur; ſchon ſpät im. Jahr Verpflanzt' er Birn⸗ und AÄpfelbäume, Die kräftig ſchon, und Schlehdorn gar, Der ſchon geimpft mit Pflaumen war; Und auch Platanen fehlten nicht
Mit Blätterkronen breit und dicht,
In deren Schatten frohe Zecher
Gern leerten die gefüllten Becher.— Doch drängt die Zeit; nicht darf ich länger Mich meiner Neigung überlaſſen;
Die Bienen rufen, mag ein andrer Sänger Sich mit der Gartenkunſt befaſſen.
Der Bienen Sitt' und Lebensart
Will ich jetzt ſchildern, und was ihnen Von Jupiter verliehen ward
Aus Dankbarkeit dafür, daß Bienen In Creta, von dem Schall geleitet, Den klingend Erz weithin verbreitet, Mit Honig in diktä'ſcher Grotte Genaht dem neugebor'nen Gotte.
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Dem Bienenvolke ward gewährt, Was keinem Tiere ſonſt verliehn, Ein Vaterland, ein eig'ner Herd, Gemeinſam Kinder aufzuziehn, Und in geſell'ger Stadt zu leben, Vom Schutze der Geſetz umgeben.
Gedenk' des ſtrengen Winters immer,
Siehſt du ſie ruh'n und raſten nimmer Im Somuer, und was ſie erwarben, Wird hingelegt, um nicht zu darben. Die einen ſorgen für die Speiſe
Nach Ordnung und beſtimmter Weiſe, Die tummeln ſich durch Wald und Feld; Ein Teil, der ſich zu Hauſe hält, Legt's Fundament zum Zellenbau
Mit Bienenleim und Blumentau,
Und hänget überwölbend dann
Von zähem Wachs die Zellen an.
Ein Teil erzieht die junge Brut, Worauf des Stammes Hoffnung ruht; Es ſorgt ein Teil, daß Zell' und Speicher Sich füll' mit Honig reich und reicher; Ein andrer hält am Eingang Wacht, Und giebt auf Wind und Wetter acht, Nimmt in Empfang die Blütenſpenden, Die kommen an von allen Enden; Noch andre ſcheuchen von den Krippen Die Drohnen, die gern Honig nippen, Doch lieber noch der Faulheit pflegen.— Hei, wie ſich alle Kräfte regen!— Und Thymian duftet allerwegen!
Und wie im Ätna, ihrem Sitze, Cyclopen ſchmieden um zum Blitze Des Erzes zähdehnbare Maſſen:
Es zieht ein Teil die Bälg' in Haſt, Die aus und ein den Luftſtrom laſſen, Ein andrer ſpringt hinzu und faßt Das Erz, ganz hochrot von der Glut, Und taucht es in des Kühltrogs Flut, Die hoch aufſpritzt; der Atna zittert, Von Amboßſchlägen tief erſchüttert; Doch jen' erheben rings im Kreiſe, Rechts, links, wetteifernd, wechſelsweiſe Die Arm' und ſchlagen wie im Takte Das Eiſen, das die Zange packte;
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