Wenn ſich vertobt die Wut der Schlacht, Und du zum Stock zurückgebracht
Die beiden Könige; den einen,
Der dir als ſchlecht'rer wird erſcheinen, Weih', daß der Praſſer dir nicht ſchade, Dem Tode ſchleunigſt ohne Gnade;
Dem andern aber gieb die Krone,
Und ſorge, daß er im Palaſt
Nun als allein'ger Herrſcher throne.
Du fragſt, wen du zu wählen haſt?— Ein Blick auf beide lehrt es bald.
Der eine ſtrotzt von Gold, gefleckt,
Mit Schuppen rötlich überdeckt,
An Anſehn herrlich und Geſtalt;
Der andre ſchleppt, ein träger Gauch, Am Boden ruhmlos hin den ſchlaffen Bauch. Wie zwiefach iſt der Fürſten Art,
So ſind's des Volkes Leiber auch.
Die einen ſtruppig, rauhbehaart,
Sind ähnlich einem Wandrer, der
Durch Wolken Staubes keucht daher, Der oft verſinkt auf ſand'gem Grunde Und Erde ſpeit aus trocknem Munde. Die andern aber glitzern, ſchimmern, Sind ſchön geſprenkelt, ſchillern, flimmern Am Leib', als trügen ſie ein Kleid,
Das ganz aus Gold und Licht gewoben. Die Art iſt gut, du wirſt's erproben; Sie giebt, wenn kam die rechte Zeit, Dir Honig höchſter Lieblichkeit,
Der, beigemiſcht dem Saft der Reben, Ihm Milde wird und Würze geben.—
Doch wenn ſie durch die Lüfte ſchwärmen, Sich unſtät jagen hin und her,
Sich nicht um Brut und Waben härmen, Die Zellen laſſen kalt und leer,
Ein Mittel endet augenblicklich
Das Spiel, das gar ſo unerquicklich:
Den Kön'gen reiß die Flügel aus,
Und halten dieſe ſich zu Haus,
Wird keine Bien' im Lager wagen,
Des Aufbruchs Banner hoch voranzutragen. Leg' Gärten an, worin die Luft Geſchwängert reich mit Safranduft;
Auch Gott Priap ſeh' ich dort gern,
Der nach dem Hellespont benannt,
Der halte Dieb' und Vögel fern,
Die weid'ne Sichel in der Hand.
Ums Bienenhaus rings auf dem Plan Pflanz' Pinien und Thymian,
Schaff' früh und ſpät mit Müh' und Fleiß, Senk' in das Erdreich Reis um Reis,
Und laß, willſt auf Erfolg du zählen,
Es ja nicht an Bewäſſ'rung fehlen.
Wollt' ich nicht, an der Mühen Ziel, Zum Ufer ſteuern meinen Kiel,
Säng' ich, wie Gärten auszuſchmücken, Die ſollten jedes Aug' entzücken, Erzählt' ich von dem Roſenhain
Bei Päſtum, welcher zweimal trägt, Und wie Endivien gedeih'n,
Die gut bewäſſert und gepflegt;
Wie ſich durchs Gras die Gurke winde Und ſich gemach bauchförmig ründe, Ich ſäng' von Ufern eppichgrün,
Und wie Narciſſen ſpät erſt blüh'n, Säng' vom gewundenen Akanth,
Von Myrten an der Flüſſe Rand, Und von des Epheus mattem Grün.—
Denn lange her iſt's, doch ich ſah Ganz nahe bei Obalia,
Wo der Galäſus, dunkelfarben,
Wallt durch Gefilde, reich an Garben, Einſt einen Greis, der ſein genannt Nur wenig Morgen wüſtes Land, Das gab dem Vieh nur wenig Weide, War nicht ergiebig für Getreide, Gedeihlich nicht für Bacchus' Reben, Und dennoch ſchuf durch Müh' und Fleiß Ein kleines Eden dort der Greis.
Da war, vom Dornenwall umgeben, Zu ſeh'n ein Garten, dicht umhegt, Darin viel Blumen, wohlgepflegt,
Und ſonſt Gewächſe mancher Art,
Als heilig Kraut und Lilien zart,
Und ſchlanker Mohn und ſelt'ner Kohl. Wie fühlte ſich der Greis ſo wohl!—


