Aufsatz 
Über die Ableitung der Nepper'schen Analogien und der Gauß'schen Gleichungen
Entstehung
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Erfüllung der Pflichten unſers wenn auch ſchönen doch ſchweren und leider oft noch verhältnißmäßig wenig an⸗ erkannten und belohnten Berufes erleichtern wird. Sein Sie überzeugt, meine Herrn, daß ich, ſo viel in meinen Kräften ſteht, dahin wirken werde, daß Sie nicht bloß mit ernſtem Pflichtbewußtſein ſondern auch mit Freudigkeit des Herzens im Weinberge des Herrn arbeiten können, von dem auch wir als Arbeiter berufen ſind.

Jetzt noch ein Wort an Euch meine Schüler. Um zu Euch kommen zu können, mußte ich von lieben, treuen und dankbaren Schülern ſcheiden, welche durch Fleiß und gutes Verhalten mir immer Freude gemacht haben, und deren bei der Trennung beſonders ſchön hervortretende Anhänglichkeit und Liebe immer eine der liebſten Erinnerungen meines Leben bleiben wird. Ich komme in der Hoffnung zu Euch, daß Ihr darnach ſtreben werdet, mir die Schüler, die ich verlaſſen mußte, zu erſetzen und daß auch ihr mir ebenfalls durch gute Führung und regen Fleiß Freude machen werdet. Schenkt mir zunächſt Ener Vertrauen, ſo wird ſich alles Uebrige von ſelbſt finden. Es wird mir dann im Vereine mit Euren übrigen Lehrern gelingen, Euch das Ziel erreichen zu laſſen, zu deſſen Erſtrebung Eure Eltern Ench gewiß oft mit ſchweren Opfern die Anſtalt beſuchen laſſen. Ich werde mich freuen, wenn Ihr der freundlichen Weiſung folgend zu Eurem Beſten den Weg des Fleißes und der guten Sitten wandelt, aber Ihr werdet mich auch immer bereit finden, Euch mit Ernſt und Strenge in den rechten Weg zu weiſen.

Ich erlaube mir noch, allen Freunden und Gönnern der Realſchule für ihre ehrende Theilnahme an der heutigen Feier zu danken und die ergebene Bitte an Sie zu richten, Ihre wohlwollende Geſinnung und Unter⸗

ſtützung der in vielfacher Hinſicht noch bedürftigen Anſtalt auch in Zukunft zuwenden zu wollen, aber ich

kann nicht ſchließen, ohne in Dankbarkeit noch eines Mannes zu gedenken, der als der Begründer der Real⸗ ſchule angeſehen werden muß, der ſie durch eine lange Reihe von Jahren, bis an ſeinen Tod mit Sorge und Schmerzen an ſeinem Herzen getragen hat. Der verſtorbene Direktor Pezeld, als deſſen Erben ich mich ge⸗ wiſſermaßen betrachten muß, hat durch ſein Werk ſich ein dauerndes Denkmal in Neiſſe begründet und ein An⸗ recht auf die Dankbarkeit ſeiner Mitbürger gewonnen, aber er hatte nicht die Freude, ſeinen Liebling groß ziehen zu können und mußte mit Schmerz ſehen, wie die jüngern Schweſteranſtalten, die in andern Städten mehr Pflege fanden, der Seinigen voran eilten. Laſſen Sie uns nun, meine Herren, in dankbarer Erinnerung an den Dahingeſchiedenen hoffend in die Zukunft blicken und zum Heile der Jugend und zur Ehre der Stadt einen ſchönen Bund ſchließen, um das begonnene Werk zu vollenden. Dazu verleihe Gott ſeinen Segen!