Aufsatz 
Über die Ableitung der Nepper'schen Analogien und der Gauß'schen Gleichungen
Entstehung
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künftigen Gelehrten für die Univerſitäten vorbereiten und dadurch die Wiſſenſchaften unmittelbar fördern können, ſo werden ſie doch dadurch, daß ſie wiſſenſchaftliche Kenntniſſe und Sinn für Wiſſenſchaft im Volke verbreiten, viel zum Gedeihen der Wiſſenſchaften beitragen und ſomit auch der materiellen, dem Nützlichkeitsprinzipe hul⸗ digenden Richtung der Zeit entgegenarbeiten.

Ich bin nun durch die von den Staatsbehörden genehmigte und durch Seine Majeſtät den König beſtätigte Wahl des Wohllöblichen Magiſtrats an die Spitze der Anſtalt geſtellt worden, in deren ſchönen freundlichen Räumen wir uns befinden, und fühle, indem ich die Leitung derſelben heute übernehme, im vollen Umfange die Größe der mir auferlegten Pflichten. Aber ich hoffe mit Gottes Hilfe, der meine ſchwache Kraft ſtärken wird, das mir vorgeſteckte Ziel zu erreichen, denn ich vertraue auf die liebevolle Fürſorge der Behörden des Staates und der Stadt, welche die für das Gedeihen der Anſtalt nothwendigen Mittel nicht verſagen werden, ich baue auf das einträchtige, pflichttreue Mitwirken meiner verehrten Amtsgenoſſen und rechne auf den unermüdeten Fleiß und willigen Gehorſam meiner Schüler.

Erlauben Sie, hochverehrter Herr Commiſſarius und Regierungsrath*), daß ich Ihnen meinen ebenſo innigen als ehrfurchtsvollen Dank ſage für die lehrreichen und tröſtlichen Worte, welche Sie Ihr warmes Intereſſe für die Ihrer Oberaufſicht untergebene Anſtalt in Ihrer Anſprache an mich richten ließ. Ihr klares Auge hat recht wohl erkannt, daß eine wohl geleitete und mit den nöthigen Lehrkräften und Lehrmitteln ausgerüſtete Real⸗ ſchule eine Segen verbreitende Pflanzſtätte der Bildung iſt, aus welcher weder für die Kirche noch für den Staat irgend eine Gefahr erwachſen kann. Daher iſt es mir troſtreich, hochverehrter Herr Regierungsrath das Wohl der Anſtalt Ihrem Schutze anvertraut zu wiſſen.

Auch Ihnen, hochverehrter Herr Bürgermeiſter**), habe ich meinen Dank für die unermüdete Fürſorge auszu⸗ ſprechen, die Sie nicht bloß ſeit Jahren der Anſtalt gewidmet haben, ſondern derſelben zur Ehre der Stadt und zum Heile der Jugend fort und fort in erhöhten Maaße widmen wollen. Sie werden in dem Bewußtſein, eine Bildungsanſtalt, welche ihre ſegensreiche Wirkſamkeit in erneutem Aufblühn über viele Generationen in Stadt und Umgegend ausdehnen wird, gewahrt und gehoben zu haben, reichen Lohn für die ſorgfältige Pflege finden, welche Sie ihr angedeihen laſſen.

Erlauben auch Sie mir, meine hochverehrten Herrn, die Sie als Mitglieder des Magiſtrats und der Stadt⸗ vertretung über das Schickſal der Realſchule zu entſcheiden haben, daß ich dieſelbe Ihrer väterlichen Fürſorge auf das wärmſte empfehle. Man hat die Art und Weiſe, wie ein Volk für die Bildung der Jugend ſorgt, als den Maßſtab betrachtet, nach welchem ſeine eigene Bildung zu beurtheilen iſt, ſo daß auch die den Bildungs⸗ anſtalten in einer Stadt gewidmete Pflege gewiſſermaßen das Barometer iſt, an welchem der Höhenpunkt der Intelligenz ihrer Bewohner abgeleſen werden kann. Wenn Sie daher meine Herrn, die zu dem Aufblühn der Ihrer Fürſorge anvertrauten höhern Bildungs⸗Anſtalt nothwendigen Mittel gewähren, ſo handeln Sie nicht bloß im Intereſſe Ihrer Söhne und ſomit in Ihrem eigenen Intereſſe, ſondern Sie vermehren auch den Glanz der Stadt, indem ſie in derſelben ein Wahrzeichen geiſtiger Kultur auſſtellen. Laſſen Sie mich, indem ich Ihnen für das Vertrauen, welches Ihre Wahl auf mich lenkte, ergebenſt danke, die Bitte an Sie richten, mir Ihr unſchätzbares Vertrauen auch während meiner Amtsführung zu bewahren, wof'r ich Ihnen verſpreche, das⸗ ſelbe durch treue Pflichterſüllung verdienen zu wollen. Es wird mir zur größten Freude und Genngthuung ge⸗ reichen, meine Kräfte zur Ausführung Ihrer ſür die Anſtalt wohlmeinenden Abſichten verwenden zu lönnen.

Aber die Kraft des Einzelnen iſt ſchwach und unzureichend. Darum bitte ich Sie, meine hochgeehrten Herrn Amtsgenoſſen, mit mir gemeinſchaftlich, im einträchtigen collegialiſchen Zuſammenwirken unſer ſchönes Ziel erſtreben zu wollen. Ich komme mit Vertrauen zu Ihnen und bitte Sie um Ihr Vertrauen, welches eine Brücke für unſere gegenſeitige Verſtändigung zum Heile der Anſtalt bilden wird. Ich bin mit Schmerz aus einem geehrten Kreiſe von befreundeten Collegen geſchieden, laſſen Sie mich hoffen, daß es meinen aufrichtigen Ent⸗ gegenkommen gelingen wird, ein dauerndes collegialiſches Einverſtändniß zu begründen, welches uns allen die

*) Der Commiſſarins der Königlichen Regierung zu Oppeln, Herr Schul⸗ und Regierungsrath Bogedain. **) Herr Kutzen, jetzt Oberbürgermeiſter in Neiſſe.