Aufsatz 
Eine naturgeschichtliche Abhandlung
Entstehung
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mikroſkopiſchen Algen(z. B. Noſtochinen, Oscillarien) und alle Pilze die oben ange führte Jodreaction nicht zeigen, 3) die Celluloſe ſich auch in dem Mantel der Tunieaten findet, und zwar nicht blos als Intercellularſubſtanz, wie H. Schacht behauptet), ſondem wahrſcheinlich auch als äußere Zellhaut*); ſo iſt es jedenfalls bedenklich, aus dem Vor⸗ handenſein oder Fehlen dieſes Stoffes) hauptſächlich über die Natur zweifelhafter Organismen zu entſcheiden. ²).

II. Von anatomiſchen Verſchiedenheiten hebe ich Folgendes hervor:

Alle Organismen haben als Elementarorgane Zellen), d. i. rings geſchloſſene, urſprüng⸗ lich kugelförmige, von dünnen, hygroſkopiſchen Häutchen gebildete Bläschen, die bei Pflanzen gewöhnlich aus Celluloſe, bei Thieren aus einer Stickſtoffhaltigen Subſtanz beſtehen; ſie ent⸗ halten flüſſige, halbflüſſige und feſte Stoffe, von denen der Zellkern(mit den Kernkörperchen) von großer Bedeutung für das Leben der Zelle zu ſein ſcheint. Wie niederſten Thiere ſind, wie jetzt faſt allgemein angenommen wird, gleich den niederſten Pflanzen einzellig, und da alle früher aufgeſtellten Unterſchiede in Bezug auf Form, Bau und Entwickelung dieſer Zellen nicht allgemein gültig ſind, ſo können ſie zur Diagnoſe in zweifelhaften Fällen nicht benützt werden. Anders iſt es mit den Zellgeweben, von denen aber bei den einfach ſten Organismen nicht die Rede iſt. Unter ihnen hat nur das Fett⸗ und Horngewebe der Thiere Aehnlichkeit mit dem Gewebe der meiſten Pflanzen, das Filzgewebe der Flechten und Pilze mit den thieriſchen Hauptgeweben. Ueberhaupt ſind die thieriſchen Gewebe mannigfaltiger und zahlreicher als die pflanzlichen. ¹). 1

Die Gewebe treten weiter zu Organen zuſammen. Die Hauptorgane der Pflanzen, Blät⸗ ter und Blüthen, ſind nun gewöhnlich ſehr zahlreich, dabei nach Außen entfaltet, hinfällig und wechſelnd, die der Thiere dagegen einfach oder doppelt(mit Ausnahme der Radiaten), meiſt im Innern verborgen und bis zum Tode bleibend.) Die Formen der Pflanzen und Thiere ſelbſt hat man vielfach auf weſentlich verſchiedene Grundformen zurückzuführen verſucht. So nimmt Bronn*) als Grundform der Pflanzen das Ei oder den Kegel, als die der Thiere den Keil an. Statt dieſe und ähnliche nicht durchführbaren Beſtimmungen auszuführen, gebe ich folgende allgemeine Darſtellung Schleiden's*):Bei der Pflanze tritt das Kindesalter des ls einiger Ascidien.(Muller's Archiv f. Phyſiol. 1851.)

9) Mikroſkopiſch⸗chem. Unterſ. des Mante 4 Au J. E. Schloßberger, Leipzig 1856.

10) D. Chemie der Gewebe d. Thierr. v. 1) M. v.Cohn, d. mikr. Welt, p. 717. 2) Auf die chemiſche Zuſammenſetzung haben ſchon O.), Blainville(cours de physiol. etc., Paris 1830),

früher ein großes Gewicht gelegt: K. Sprren gel(a. 4

Tiedemann(Pbyſiol. des Menſchen, Darmſtadt 18303 3) Schwann wies zuerſt nach, daß die Zelle auch Elementarorgan der thieriſchen Organismen ſei.(Mi⸗

kroſfop. Unterſ. über d. Uebereinſtimm. in der Structur u. d. Wachsth. d. Pfl. u. Th., Berlin 1839.)

4)Die Umbildungen der Elementarorgane ſind beim Thiere größer als bei den Pflanzen, und die In⸗

dividualität derſelben faſt null, während bei der Pflanze die Elementarorgane grade am ſchaͤrfſten individualiſirt ganz in die Individualität der einzelnen 3

ſind und die kaum feſtzuhaltende Individualität der Pflanze faſt zerfällt.(Schleiden, Grundz. I. p. 61.). 3)Die Pflanze diſterenzirt, entwickelt ſich nach Außen, das Thier nach Innen.(Schleid en, Gr. I. p. 63.) 6) Allgemeine Zool., Stuttgart 1850, p. 97. 7) Schleiden, Grundz. I. p. 63.

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