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von einander beſtimmt unterſchieden, jede hat ihr eigenthümliches Geſetz innerer und äußerer Entwickelung; Uebergänge, d. h. Verwandlungen einer Art in andere ſind, wenigſtens ohne be⸗ ſondere Einwirkungen, von denen wir Nichts wiſſen, nicht möglich. In irgend einer Art muß aber zuerſt, wenn auch für uns noch unkenntlich, das Princip der Seelenthätigkeit oder der freien Bewegung auftreten, d. h. es muß eine abſolute Grenze zwiſchen Pflanzen⸗ und Thierreich geben.
Man könnte die beiden organiſchen Reiche mit den zwei entgegengeſetzten Arten der magne⸗ tiſchen Kraft einer Magnetnadel(nach gewöhnlicher Auffaſſung) vergleichen, die auf beiden Seiten der ſogenannten Mittellinie, je weiter von dieſer, um ſo ſtärker als verſchieden hervor⸗ treten, während ihre Polarität in der Nähe derſelben zu verſchwinden ſcheint; und doch iſt keine indifferente Fläche, Linie, kein Punkt, der nicht Nord- oder Südmagnetismus hätte. Es exiſtirt eine abſolute Grenze beider Kräfte, und doch erſcheint ſie uns unbeſtimmt.
5.
Es giebt außer dieſem weſentlichen noch andere Unterſchiede, die ich, ſoweit es der Raum erlaubt, kurz anführen will, wobei zugſeich gezeigt werden ſoll, wie feiner derſelben in zweifel⸗ haften Fällen genügt.
I. Was zunächſt die chemiſche Zuſammenſetzung betrifft, ſo iſt in ihr ſicher der weſentliche Unterſchied der Pflanzen und Thiere gegeben, da die Lebensthätigkeiten der Or⸗ ganismen von ihrer chemiſchen Conſtitution weſentlich abhängig ſind; aber die Löſung der Frage iſt hier erſt von der Zukunft zu erwarten, denn die bis jetzt in dieſer Hinſicht aufgeſtellten Unterſchiede ſind nicht erſchöpfend, noch durchgreifend.
Im Thierreich waltet der Stickſtoff vor, im Pflanzenreich der Kohlenſtoff,*) denn in jenem ſind die quaternären Verbindungen(mit Stickſtoff) vorwiegend, in dieſem die ter⸗ nären(ohne Stickſtoff). Die quaternären Proteinſubſtanzen, welche in faſt allen Thieren den größten Theil des Körpers zuſammenſetzen, finden ſich, wenn auch in den meiſten Pflanzen, doch in verhältnißmäßig geringerer Menge;— die ternären indifferenten Verbindungen: Chlorophyll (Blattgrün), Celluloſe(Holzfaſſerſtoff), Zucker, vielleicht auch Amylum(Stärkemehl) und Gummi, finden ſich nur ausnahmsweiſe in Thieren, bilden dagegen die Hauptmaſſe faſt aller Pflanzen.
Es giebt aber weder einen einfachen Stoff, noch eine chemiſche Verbindung, die in allen zweifelloſen Pflanzen, dagegen in keinem unzweifelhaften Thiere ſich vorfände, und umgekehrt. So iſt z. B. bis jetzt Amylum wohl in kéinem Thiere gefunden worden, iſt aber auch bei den meiſten Pflanzenzellen in einem gewiſſen Alter nicht, und bei Pilzen nie vorhanden. Cohn legt bei einzelligen Organismen ein großes Gewicht auf die Celluloſe, welche die Zellenmembran der Pflanzen bildet und dadurch kenntlich iſt, daß ſie, mit Schwefelſäure betüpft, in Stärke übergeht und dann durch Jodlöſung indigoblau gefärbt wird, eine Reaction, welche ſich an den Stickſtoffhaltigen Thierzellen nicht zeigt. Da aber: 1) die Zellen des Korks nicht von dieſer Celluloſe gebildet werden, 2) die Zellen mancher
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8) Ausnahmen bilden einerſeits die Tunicaten oder Mantelthiere(Mollusken), andrerſeits die Pilze. 2*


