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fehlen oder nicht zu erkennen ſind. In dieſem Falle hat man in neueſter Zeit die Contractilität des Leibes, d. i. die Fähigkeit, die äußere Körpermembran auszudehnen und zuſammenzuziehen als charakteriſtiſches Merkmal der niedern Thiere angeſehen. So d. Siebold, Ecker, Nägeli (a. d. a. O.) und Andere. Senach hätten nur die Thiere eine contractile Subſtanz, Sarkode genannt.) Da aber einige mundbegabte Infuſorien harte, ſtarre Panzer haben und des⸗ halb keine Contractilität zeigen, andrerſeits die„Schwärmſporen“(die Fortpflanzungszellen nie⸗ derer Algen) die„ſtarre“ Celluloſehaut abſtreifen und, nur von dem Primordialſchlauch begrenzt ihre Geſtalt in gewiſſem Grade verändern können, ſo iſt mit dieſer Beſtimmung die Schwierig⸗ keit nicht immer gehoben.. 7
Es iſt zur Entſcheidung der Bewegungsart außer der Contractilität aucch zu berückſichtigen, ob die Bewegung regelmäßig und gleichſam in gewiſſen mathematiſchen Formen ſich zeige,— ſo drehen ſich z. B. die ſogenannten Schwärmſporen immer zugleich um ihre Axe und weichen überdies Hinderniſſen nicht aus, bleiben vielmehr daran hängen und ruhen, noch ehe ſie keimen, was ſonſt nicht der Fall iſt,— und ob andrerſeits durch die Bewegung die Erhaltung des Individuums oder der Art bezweckt werde. Doch wird hierbei allerdings zu viel dem ſub⸗ jectiven Ermeſſen anheimgeſtellt, abgeſehen davon, daß manche unwillkührliche Bewegung oft nicht als regelmäßig oder gar mathematiſch beſtimmbar erſcheinen dürfte, und daß gewiſſe, ſicher unwillkührliche Bewegungen für das Leben der Pflanze nothwendig ſind, z. B. das Aufſpringen
S eln u. ſ. w. der Sannaden durnniaßl organiſcher Weſen treten uns Seelenthätigkeiten, als freie Be⸗ wegungen ſich äußernd, entgegen, in andern finden wir ſie nicht; dies giebt den Eintheilungs⸗ grund der Organismen in Thiere und Pflanzen. Alle Arten der organiſchen Weſen ſind nun
wierig⸗
) Die Sarkode wird charakteriſirt als eine einfache, homogene, feinkörnige, gallertähnliche, eiweiß⸗ artige, halbfluſſige, weiche, durchſichtige Subſtanz, in der weder Zellen noch Faſern erkennbar ſind, die ſenſibel und contractil iſt, in der alſo die weſentlichen Eigenſchaften des Thierkörpers noch nicht an beſondere Gewebe gebunden ſind; ſie bricht das Licht mehr als Waſſer, weniger als Oel, iſt im Waſſer unlöslich, zerſetzt ſich aber allmälig darin; ſie wied von kauſtiſchem Kali zerſtört, gerinnt in kohleujautem Kali, wie in Alkohol und Salpeterſäure;— ſie bildet wäſſrige Höhlungen(TVacuolen) aus ſich durch Ausſchedung des in ihr gebundenen Waſſers oder durch Aufnahme, wobei das Aeußere dichter und körniger wird; ſie ſtellt endlich im Waſſer con⸗ tractile Tropfen dar, die ſich etwa wie eine Amoeba bewegen.(Ecker a. a. O.) 4
Dujardin betrachtet ſie als analog dem Stickſtoffhaltigen Protoplasma der Pilanzenzeile, aus dem der, die Innenwand der eigentlichen Celluloſe⸗Zellenhaut bedeckende ſogenannte Primordialſchlauch beſteht.(Hist. des zoophytes infus. Paris 1811..
leohn, welcher in ſeinen Dkeen zur Naturgeſchichte des Protococcus pluvialis(Akten der K. Leop. Acad. der Nw. 1850. 11. Abth), von der Gleichheit der Sarkode und des Primordialſchlauchs ausgehend, de⸗ hauptete, der Unterſchied ſei nur der, daß dieſe Subſtanz bei den Thieren nicht, wie bei den Pflanzen, durch eine Membran aus Holzfaſerſtoff(Celluloſe) in ihrer Beweglichkeit gehindert ſei⸗ und dem Primordialſchlauch eine Veränderung der Geſtalt in Folge innerer Thätigkeit zuſchrieb, hat neuerdings in ſeinen Unterſuchungen uber die Entwickelungsgeſchichte der mikroſkopiſchen Algen und Pilz⸗(Akt. d.. L. A. d. Nw. 185 ¼ I. Abth. p. 228) ausgeſprochen, daß die oft ſehr auffallenden und energiſchen Veränderungen in dem Primordialſchlauch nicht ſowohl in einer eigentlichen Contractilität, ſondern vielmehr in endosmotiſchen Verhältniſſen ihre Erklä⸗ rung finden.„Der Primordialſchlauch zieht ſich zuſammen, wenn ihm Waſſer entzogen wi d, und dehnt ſich aus, wenn er Waſſer aufnimmt.“


