Aufsatz 
Eine naturgeschichtliche Abhandlung
Entstehung
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Die andern organiſchen Naturweſen finden wir als Glieder zweier Reihen(wie noch kur gezeigt werden ſoll), deren jedes von den andern Gliedern ſeiner, noch mehr von denen der zweiten auf beſtimmte Weiſe abweicht. Dabei ſieht er ſie ſtufenweiſe über⸗, reſp. untergeordnei als immer höhere und höhere Entwickelungsgrade organiſchen Formenreichthums und zweck. mäßiger Lebensthätigkeit. Denn die ganze Natur vigt unlängbar eine immer reichere Ent⸗ faltung ihrer Schönheit und Kraft von der ſcheinbar indifferenten Mineralmaſſe bis hinauf zum vernünftigen Menſchen, und daß dieſe Entwickelung auch wirklich in der Zeit Statt gefunden habe, lehrt die Betrachtung der die feſte Erdrinde bildenden Beſtandtheile: Es gab eine Zeit wo keine Organismen lebten; höheren Schichten folgten höhere Organiſationen(Pflanzen und Thiere), bis als letzte Schöpfung der Menſch erſcheint, ſich ſelbſt als wenigſtens derzeitigen Schlußpunkt erkennend....

Unter allen andern Organismen ſtellen wir nun mit Recht diejenigen am höchſten, die etwas, unſerer Seelenbeſtimmung, unſerm geiſtigen Charakter Analoges haben, zunächſt alſo die warmblutigen Rückgratthiere. Man ſchreibt dieſen(z. B. dem Elephanten, Hunde, Affen) niedere Seelenkräfte zu; es zeigt ſich bei ihnen nicht nur Gedächtniß Einkildungetraft, ſondern anſcheinend ſelbſt kluge Berechnung, ferner Freude, Anhänglichkeit, Dankbarkeit, endlich ein kräftiges Streben, ihre Lebenszwecke zu erreichen und entgegenſtehende Hinderniſſe zu über⸗ winden. Vieles, was wir gewöhnlich Inſtinct nennen, müſſen wir als wenigſtens der Gattung wo nicht dem Individuum angehörigen Verſtand bezeichnen.) Läugnet man aber auch Dies. ſo kann man doch nicht beſtreiten, daß bei allen höheren Thieren kine 3 wenn auch von Außen angeregte, doch von ihnen ſelbſt ausgehende, vom Gehirn durch die Nerven vermittelte Be⸗ ſtimmung zu Handlungen vorhanden ſei, durch welche ſie die Erhaltung ihrer ſelbſt und ihrer Art bezwecken. Dieſe Beſtimmung lich will ſie als Seelenthätigkeit bezeichnen, ohne damit die Exiſtenz einer beſonderen, ſelbſtſtändigen Thierſeele) als enwiejen zu betrachten) änßert ſich in der ſogenannten willkührlichen Bewegung. Auch beſtimmte Seelenthätigkeiten der kaltblutigen

kenntniß, in welchem die Errungenſchaften von Tauſenden der edelſten Menſchen niedergelegt ſind; bald fuͤhrt Dich ernſte Betrachtung in das reiche Gebiet des ſittlichen Lebens mmit ſeinen Idealen und Beſtrebungen, ſei⸗ nem Gelingen und Verfehlen, ſeiner Reue und ſeiner Erhebung; bald beut ſich Deinem geübten und per⸗ feinerten Blick das Wunder der Schönheit in Natur und Menſchenleben, und in unausſprechbarer Sehnſucht in gegenſtandsloſer Liebe erhebſt Du Dich zur Ahnung von etwas unendlich Weiſem, Gutem, Schönem,. das ſich Dir immer als daſeiend ankündigt, und doch Dir immer wieder entſchwebt⸗ ſo wie Du verſuchſt, es Dir in Deiner Sprache auszuſprechen.(Die Beſeelung der Pflanzen, in Schleiden's Studien, Leipz. 1855, p. 137.)

2)Verſtand(Intelligenz) iſt der Grund, wenn Thiere Handlungen begehen oder unterlaſſen, ohne daß ſie mit zwingender Nothwendigkeit erfolgten in Anſehung gegenwärtiger oder nicht gegenwärtiger Reize, und in keinen unmittelbaren Zuſammenhang mit der Selbſterhaltung oder Erhaltung der Gattung gebracht werden können, die aus einem Selbſtbewußtſein fließen, die mit Willkühr, mit einer gewiſſen Freiheit geſchehen oder nicht geſchehen, aus denen ſich zeigt, daß das Thier eine Vorſtellung des Zweckes der Handlungen beſitzt und dieſe letzteren nach den obwaltenden Umſtänden zur Erfüllung des Zweckes einrichtet.(Fuchs, das Seelen⸗ leben der Thiere, p. 7. Erlangen 1854.) Er unterſcheidet Thätigkeiten dieſer Art von den inſtinctiven Be⸗ wegungserſcheinungen, als nothwendigen Gegenwirkungen auf äußere Reize.(a. a. O. p. 5)) Vergl. ferner p. 76

3) Schleiden nennt nur den freien, den Naturgeſetzen nicht unterworfenen, menſchlichen GeiſtSeelen⸗ (Studien p. 142).