Aufsatz 
Das Alexanderlied des zwölfen Jahrhunderts
Entstehung
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nicht ſo raſch vorgegangen werden, daß auf ihre Theilnahme am Unterrichte ſchon beim Wiederbeginn der Schule hätte gerechnet werden können. Da die Anſtalt auch die Lehraushilfe des Herrn Dr. Kämmerer, der aus Ge⸗ ſundheitsrückſichten am Ende des vorigen Schuljahrs austrat, verzichten mußte, ſo war die vollſtändige Beſetzung aller Lehrſtunden durch die vorhandenen Lehrkräfte nicht ohne Schwierigkeiten auszuführen, wurde aber durch die große Bereitwilligkeit ſämmtlicher Lehrer, eine größere Stundenzahl zu übernehmen, dennoch ermöglicht. Das Wohllöbliche Patronat bewilligte dafür den betheiligten Lehrern aus dem Gehalte der nicht beſetzten Lehrerſtellen entſprechende Remunerationen. Dieſe Vertretung und die proviſoriſche Einrichtung des Lectionsplan's dehnte ſich aber wider Erwarten aus, da erſt im Herbſt durch die Beſetzung der Collaboratur und durch die Gewinnung eines Candidaten zur Lehraushilfe eine Verſtärkung des Lehrer⸗Collegiums erfolgte, die Beſetzung der Oberleh⸗ rerſtelle für neuere Sprachen und Geſchichte aber ſich bis über das Schuljahr hinaus verzögerte.

Am 5. Mai empfingen 20 katholiſche Schüler der Anſtalt zum erſten Male das heilige Abendmahl, nachdem ſie von ihrem Religionslehrer in beſonderen Stunden den vorbereitenden Unterricht erhalten hatten. Die kath. Schüler gingen überhaupt jedes Vierteljahr zum heil. Abendmahl.

Am 9. Juni machten die Lehrer und Schüler der Anſtalt auch dieſes Jahr einen gemeinſchaftlichen Frühlings⸗ ausflug nach dem benachbarten Städtchen Ottmachau, der vom ſchönſten Wetter begünſtigt wurde.

Am 7. Auguſt verlor die Anſtalt durch den Tod einen fleißigen, hoffnungsvollen Schüler, den Quintaner Berthold Bannert aus Katſcher, geb. den 6. Auguſt 1842, welcher einem gaſtriſchen Nervenfieber erlag.

Am Schluſſe des Sommerſemeſter's fand eine ausführliche Prüfung aller Klaſſen Statt. Die e Herbſtſrien dauerten vom 13. Auguſt bis zum 12. September.

Nach den Ferien erhielt die Anſtalt durch die Eröffnung der LSerk ihre Vervollſtändigung zu einer ſechs⸗ klaſſigen Realſchule. Die ſechſte Klaſſe wurde mit 30 Schülern eröffnet, zu welchen im Laufe des Semeſters noch ſechs hinzu traten. Zu gleicher Zeit begann Herr Reinhold Hawlitſchka, welchem der Wohllöbliche Magiſtrat zu Neiſſe die neu creirte Collaboratur übertragen hatte, ſeine Wirkſamkeit an der Anſtalt und Herr Candidat Albert Schneider, welcher vor einem Jahre ſein Probejahr an der Realſchule abgehalten hatte, inzwiſchen aber ſeiner Militairdienſtpflicht hatte genügen müſſen, übernahm als Hülfslehrer für eine entſprechende Remuneration wö⸗ chentlich 16 Stunden, wodurch dem Bedürfniſſe an Lehrkräften genügend abgeholfen war.

Eine Störung im Unterrichte trat durch die gefährliche und langwierige Krankheit des Herrn Zeichnen⸗ und

Schreiblehrer Barthelmann ein; jedoch fielen die Schreib- und Zeichnenſtunden nicht aus, ſondern wurden bis auf die Zeichnenſtunden in den beiden obern Klaſſen, von andern Lehrern vertretungsweiſe gegeben. Da die Krankheit des Herrn Barthelmann ſich aber in die Länge zog, und außerdem wegen ſeines vorgerückten Alters für ihn eine Erleichterung wünſchenswerth ſchien, ſo übertrug die Wohllöbliche Patronatsbehörde den Schreibunterricht in Sexta und Quinta an die Herren Lehrer Hitſchfeld und Lorenz, welche dieſen Unterricht Anfang December übernahmen.

Am 15. October wurde der Geburtstag Sr. Majeſtät des Königs in üblicher Weiſe mit einem Hochamte und einem Redeactus feierlich begangen. Die Feſtrede hielt Herr Religionslehrer Scherzberg.

Die Schüler erhielten dieſes Jahr auch zu Weihnachten ausführliche Cenſuren. Die Weihnachtsferien wurden vom 23. December v. J. bis zum 2. Januar d. J. abgehalten.

Am 26. Januar 1853 ſtarb wieder ein folgſamer und fleißiger Schüler, der Quintaner Guſtav Schinke aus Falkenberg, geboren den 15. Juni 1841. Schon ſeit den erſten Jahren ſeiner Kindheit an der Schwindſucht lei⸗ dend ging er allmählig ſeiner Auflöſung entgegen, war aber durch muſterhaften Fleiß und gute Führung Andern ein Beiſpiel.

An demſelben Tage beehrte der Chef⸗Präſident der Königlichen Regierung zu Oppeln, Herr Graf Pückler die Realſchule mit einem Beſuche, nahm die Räume und Apparate der Anſtalt in Augenſchein und wohnte einigen