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ſolche Schmach. Durch meine Sünden gewann ich das und durch meinen Uebermuth, ſo rief er aus, und an den Sieger richtet er einen Brief, in welchem er ſich ſeiner Macht ergiebt und ihn vor Ueberhebung warnt, ihn erinnernd, welche Gewalt er früher beſeſſen, zu ſpät bitte er um Friede und Ruhe! Alerander weiſt das Aner⸗ bieten des Friedens ab, läßt die Todten beſtatten und nimmt⸗ſich der Verwundeten an; Darius aber ruft Porus um Hilfe an. Ehe er jedoch die erſehnte Hilfe erlangt, wird er in ſeinem Palaſt ermordet. Alexander findet den König im Sterben. O reicher Held, ſprach er zu ihm, dich traf eine ſchwere Wunde; könnteſt du noch geſund werden, ich ließe dir deine Reiche fortan in Frieden. An dir ward Königsname geſchändet, wüßt' ich, wer das gethan, an das Leben ſollte es ihm gehn. Es jammert dein mich über die Maßen. Als Alerxander dies ſprach, richtete ſich Darius, da, wo er im Blut lag, auf mit traurigem Muth und küßte Alexanders Hand, verlaſſen ganz von ſeiner Kraft, vergaß er aller Feindſchaft. Er ſprach vom Jammer bleich: Gedenke o reicher König, wer ich war. Wer hat mehr Macht beſeſſen, der je geboren ward? Was mag mir das frommen, da es alſo gekommen iſt, darum denke daran, daß es dir nicht auch alſo geſchehe. Mache Frieden, laß meinen Freunden Gnade widerfahren, hüte meine Mutter gnädig, auch mein Weib will ich dir befehlen. Alexander weinte um den Geſtorbenen, trug in feierlicher Beſtattung ihn ſelbſt zu Grabe und ſtrafte die Mörder mit dem Tode. Hier⸗ auf zieht er gegen Porus zu Felde, die Seinigen werden ungeduldig und begehren nach Hauſe. Steht euer Sinn zur Heimath, ſo wehr' ich Euch nicht die Straße, ſagt er trotzig zu den Aufwieglern; aber bedenket wohl, daß ihr zu Hauſe nicht berichten könnt, als hättet ihr hier etwas gethan. Nichts iſt durch Euch geſchehen: Ich war's, der Alles gethan, durch meinen Rath iſt Alles geſchehen. Hat je ein Mann mich im Sturm hinten ge⸗ ſehn? Habe ich mich zurückgezogen, bin ich feig von dannen geflohn? Ich focht immer vorn; wer Euch verleitet hat, der war übel bedacht, ich dagegen werde auch ohne Euch mir zu rathen wiſſen, ich erlebe leicht noch den Tag, an welchem ich mir Helden gewinne, die mein Beginnen fördern helfen. Das Heer geſtand ſeine Schuld und brach aufs Neue mit frohen Sinnen nach Indien auf. Im Kampf mit Porus fällt endlich dieſer im Ein⸗ wig mit Alexander. Die Könige zuckten ihre Wehr und ſprangen zuſammen. Die Schwerter klangen in den Händen der Fürſten, ſie hieben ſich alse di wilde swin.*) Gewaltig war des Stahles Schall, überall blitzte das Feuer, da ſie des Schildes Rand zerhieben. Wohl nützten ſie die ſcharfen Ecken, Einer gegen den Andern. Alexander war im Vortheil und Porus Volk zagte ob des Unheils, das einbrach. Da ward ein allgemeines
Stöhnen und während Porus dahin ſah, gab ihm Alerander einen Schlag und hieb ihm eine ſo große Wunde, daß der mächtige Mann zur Erde fiel.
Der ſiegreiche Held unternimmt einen Zug ins Land der Scythen und zieht noch weiter, bis er kommt an der Welt Ende; in das fremde Land geſtellt, gab's ihm ſeine Schwermuth ein, daß er der lieben Mutter ſein und ſeinem Meiſter(Ariſtoteles) die Noth künde, die er mit ſeinen Wiganden in dem fremden Lande empfinde. Der Dichter macht eine außerordentlich lebendige Schilderung von den Schreckniſſen der Wüſten und Wälder, er erzählt von dem ſchrecklichen Kampf mit Gewürm, Skorpionen, Löwen, Elephanten, gräßlichen Schlangen, mit Menſchen in ſo ſcheußlicher Geſtalt, wie Teufel und Affen.
Von dieſer Darſtellung des Grauſens und Entſetzens unterſcheidet ſich durch große Anmuth eine Erzählung von dem Aufenthalte Alexanders und der Seinen in einem herrlichen Walde.
Weismann 5023 ff. da entsprungen blämen unde gras 5028. derselbe walt der lach an einer scônen ouwen —— wir scouwen
1) Weismann, Alexander v. 4500 ff.


