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h. Den Stütz. Man erhebt ſich durch einen kräftigen Abſtoß mit beiden Händen in den Stütz und ſchaukelt nun, indem man die Hände entweder dicht anlegt an die Oberſchenkel, oder ſie etwas entfernt von ihnen hält, was ſchwerer iſt, oder indem man ſich auf die ge⸗
ſchloſſenen Hände gleichſam ſetzt, was am leichteſten iſt.
Auch ſtrecken wir uns im Stütz wechſelarmig ſoweit aus, daß der ſich ſtreckende Arm mit dem Halſe einen rechten Winkel bildet.
i. Den Ringfang. Man faſſt mit beiden Händen einen Ring im Untergriff und hebt ſich ohne Abſtoß langſam ſoweit empor, daß man mit geſtreckten Beinen beide Ferſen auf den anderen Ring legen kann.
25) Ziehſtäbe.
26) Ziehgürte.
27) Sturmlauf.
28) Vier Fuß lange Stäbe zu Stab⸗ Uebungen für Knaben und Mädchen.
29) Affenſchaukel. Ebenfalls eine Vorrichtung, von der ich glaube, daß ſie keine andre Turn⸗Anſtalt beſitzt. Es iſt dieß ein halbzölliges Tau, an ſeinen Enden oben in ſo großer Entfernung von einander aufgehängt, daß man, darauf ſitzend, die Arme ſeitwärts aus⸗
ſtrecken muß, um es zu faſſen. Vom Boden iſt es bruſthoch entfernt.
Wir ſchaukeln uns daran, wie an der Streckſchaukel; machen den Taufengel, wie an den Ringen; überſchlagen uns vom Stande aus, ohne Abſtoß, wie am Reck; thun dieß vom Sitzen aus, während die Schaukel in Bewegung geſetzt wird, und ſchaukeln endlich, in den Kniekehlen hangend und die Arme über der Bruſt gekreuzt, ſo hoch, daß man, an der Bruſt gehalten, mit Leichtigkeit abſpringen kann.
Das Hinaufſetzen geſchieht von der Seite, oder indem man ſich, der Schaukel den Rücken kehrend und mit beiden Händen möglichſt hoch anfaſſend, hinaufzieht.
30) Rundlauf. Der unſlige iſt vierarmig. Es iſt ein Turngeräth, an welchem man vorzugsweiſe Gewandtheit und gefällige Körperhaltung lernen kann— abgeſehen davon, daß die Übungen daran alle Muskeln des ganzen Körpers anſpannen und ſtärken.
Wir machen Galopp⸗ und Rundlauf mit und ohne Hinderniß, d. h.: eine Leine, über die bei jedem Umlauf zweimal geſprungen werden muß.
Ein Galopplauf, wie er ſein ſoll, iſt ſehr ſchwer zu lernen. Dieß beweiſt die Erfahrung, daß in der Regel unter dreiſſig Schülern immer erſt einer denſelben richtig macht und, was die Hauptſache iſt, ſich nicht dabei dreht. Die Körperhaltung iſt folgende: Kopf hoch! Hände an den Schultern, oder wo möglich noch weiter nach Auſſen! Bruſt vorgedrückt! Kreuz einge⸗ zogen! Beine gefect Füſſe geſchloſſen und Fuſſſpitzen nach Unten! Der Körper bildet eine nach Innen gekrümmte Curve.
Bei'm Rundlauf wird ſtets das äuſſere Bein gehoben und die Fuſſſpitze! deſſelben nach Unten geſenkt.


