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11.) Die K. Regierung von Oppeln überſendet die Abſchrift einer K. Miniſterial⸗Ver⸗ fügung, nach welcher die Abiturienten von den höhern Bürger⸗ und Realſchulen nur dann in die K. Bau⸗Akademie zu Berlin aufgenommen werden ſollen, wenn die Realſchulen, von wel⸗ chen die Abiturienten kommen, vollſtandig ſind.——
12.) Die K. Regierung bringt in Erinnerung, daß zu Schulzeugniſſen für Feldmeſſer⸗ Candidaten kein Stempel nothwendig und anzuwenden ſei. 1 5
13.) Die K. Regierung theilt den 15. Juli dem Unterzeichneten, als Direktor der Gewer⸗ beſchule, eine Verfügung Sr. Excellenz des Miniſters von der Haydt in Abſchrift und einen Plan zur Reorganiſation der Gewerbeſchulen, desgleichen ein Regulativ fůr das K. Gewerbe⸗ Inſtitut, und das Reglement zu den Entlaſſungs⸗Prüfungen bei den Provinzial⸗Gewerbeſchu⸗ len mit und fordert binnen 3 Wochen den gegenwärtigen Unterrichts⸗Plan der hieſigen Ge⸗ werbeſchule, desgleichen ein Gutachten, in wie weit es möglich ſein wird, die Einrichtung der Schule ſchon jetzt dieſem Organiſations⸗Plane anzupaſſen. 3
§. 3.
Kurze Chronik der Realſchule.
Den 28. und 29. Auguſt 1849 wurden von der K. Prüfungs⸗Commiſſion an der Real⸗ ſchule unter dem Vorſitze des K. Regierungs⸗ und Schulraths Herrn Bogedein als K. Com⸗ miſſarius und dem Erzprieſter und Stadtpfarrer Herrn Neumann als Lokal⸗Commiſſarius fol⸗ gende 14 Abiturienten vorſchriftsmäßig geprüft und alle zum Abgange für reif erklärt. Davon erhielten drei das Zeugniß der Reife mit dem Prädikate vorzüglich beſtanden:
1. Heinrich Fiedler aus Neiſſe, 2. Herrmann Kreuſchner aus Neuſtadt und 3. Robert Röhr aus Neiſſe; vier das Prädikat gut beſtanden: 3— 4. Theodor Dittmann aus Danielitz, Beuthener Kreis, 5. Herrmann Hoffrichter aus Ferdinandsboff, Falkenberger Kreis, 6. Carl Rudolph aus Neiſſe, 7. Rudolph Waib⸗ linger aus Tworog, Gleiwitzer Kreis; ſieben das Prädikat hinreichend beſtanden:.. 8. Friedrich Drabich aus Greiſau, 9. Julius Freund aus Neiſſe, 10. Hugo Hörmann aus Munſterberg, 11. Heinrich Mittnacht aus Sackenhoym, Coſeler Kreis, 12. Albert Schönfeld aus Spandau, 13. Oskar Völkel aus Neiſſe und 14. Herrmann Weiß aus Schmelzdorf, Neiſſer Kreis.. Von dieſen 14 wählten das Berg⸗ und Hüttenfach Nr. 4, 11 und 14; die Landwirthſchaft Nr. 5 und 8; das Poſtfach Nr. 2, 3 und 9; den Militairſtand Nr. 7, 10 und 13; das Ma⸗ ſchinenbaufach Nr. 6; das Steuerfach Nr. 12; den Lehrſtand Nr. 1, welcher aber noch durch das Winter⸗Semeſter faſt alle Lehrſtunden der Prima beſuchte, um ſich in den neuern Spra⸗ chen(Franzöſiſch, Engliſch, Italieniſch und Polniſch) mehr zu befeſtigen. Erſt zu Oſtern a. c. ließ er ſich in die philoſophiſche Fakultät zu Breslau aufnehmen, um ſich vorzüglich den neuern Sprachen, der Mathematik und den Naturwiſſenſchaften zu widmen.
Den 2. Oktober wurde das neue Schuljahr mit einer Schulfeierlichkeit und darauf folgen⸗ dem Veni sancte spiritus und feierlichem Hochamte eröffnet, worauf den 3. Oktober der An⸗ fang des Unterrichts in allen Klaſſen folgte.
Der 15. Oktober als das hohe Geburtsfeſt Sr. Majeſtät unſers allverehrten Königs wurde wie fruͤher durch einen Rede⸗Aktus in der Schule und darauf folgendes Hochamt nebſt Te Deum in der Kirche gefeiert. In dem Rede⸗Aktus wurden mehre paſſende Gedichte in deut⸗ ſcher, franzöſiſcher und engliſcher Sprache, zwei franzöſiſche Reden von v. Dobbeler und Fied⸗ ler und eine deutſche Rede von v. Poſer vorgetragen; v. Dobbeler ſprach sur ka vie de Frée- déric, le Grand; Fiedler: De la destinée de la monarchie Prussienne; und v. Poſer über


