Einlecitl ug.
Da gelehrte Schule zu Büdingen ward gegründet am 3. Mai 1601. Ihr hoher Stifter, Wolfgang Ernſt), Graf von Yſenburg und zu Büdingen, ſelbſt ausgeſtattet mit gelehrten Kenntniſſen, ſetzte durch die Errichtung dieſer Anſtalt ſeinem Eifer für Kirche und Wiſſenſchaft ein ehren⸗ volles Denkmal. Doch konnte ſich die Anſtalt nicht lange einer ruhigen und gedeihlichen Entwickelung er⸗ freuen; die Stürme des dreißigjährigen Krieges bedrohten auch ſie mit dem Untergang, und obwohl Graf Philipp Ernſt des Vaters Stiftung durch eine neue Schenkung vom 20. Juli 1632 wieder zu heben ſuchte, ſo gerieth die Schule trotzdem bald in gänzlichen Verfall und darbte hin unter dem Namen„Stadt⸗ ſchule“ während der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts.
Im 18. Jahrhundert, wo ſie neben der Bezeichnung Gymnaſium auch den Namen Provinzial⸗ ſchule führte, ſtieg die Anſtalt wieder zu einigem Anſehen unter dem Rektorate des aus Hanau berufenen Prof. Iſaak Pels(1715— 1747); aber in der zweiten Hälfte dieſes Zeitraums ſank ſie von Neuem und vermochte weder unter dem Rektorate des Johann Daniel Pels, des dritten Sohnes von Iſaak Pels (1766— 1774), noch unter dem des Profeſſors Joſias Marius Hadermann, welcher vom Jahre 1777 an der Schule vorſtand und die Anſtalt in das neue Jahrhundert überführte, ſich eine bemerkens⸗ werthe Stellung zu erringen. Die Urſache davon lag nicht ſowohl in den Perſönlichkeiten, welche an der Schule wirkten, als vielmehr in den ungänſtigen äußeren Verhältniſſen, denen die Anſtalt gegenüberſtand.
Die gelehrte Schule zu Büdingen nimmt ſonach, was die Zeit ihrer Gründung betrifft, nicht die letzte Stelle ein in der Reihe der jetzigen Heſſiſchen Landesgymnaſien, ſie iſt ſogar noch früher ins Daſein
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Er vereinigte ſeit 1601 die ganze Grafſchaft Yſenburg⸗Büdingen in ſeinem Beſitz und ſtarb den 20. Mai 1633, nach⸗ dem er bereits 1628 von der Regieruug zurückgetreten war und ſein Land in fünf Theilen an ſeine Söhne und einen Enkel vergeben hatte. Die Stadt Büdingen erhielt ſein Sohn Philipp Ernſt. Bemerkt ſei hier noch, daß die Grafen von Yſenburg und Büdingen in der Reformationszeit die Lehre Luthers in ihren Landen einführten, Graf Wolf⸗ gang Ernſt aber, ein entſchiedener Anhänger des reformirten Bekenntniſſes, nach dem Tode ſeines Vaters(1596) die Cinführung der reformirten Kirche in ſeinem Gebiete bewerkſtelligte, freilich mit mehr Eifer als Schonung.
Vergl. in Betreff der früheren Zeit: Geſchichte des Gymnaſiums in Büdingen, nebſt Nachrichten von dem daſigen Kirchen⸗ und Schulweſen überhaupt. Von Dr. Georg Thudichum, Direktor des Gymnaſiums. Büdingen 1832. Fortſetzung. Bon demſelben. Büdingen 1847.„Nachträge zu der Geſchichte des Gymnaſiums“ im Jahresbericht des Großherzoglichen Gymnaſiums zu Büdingen. Oſtern 1855. Außerdem: G. Simon, die Geſchichte des reichs⸗ ſtändiſchen Hauſes hſenburg und Büdingen. 3 Bde. Frankfurt a. M. 1865, und Chr. Fr. Meyer, Geſchichte der Stadt und Pfarrei Büdingen. Büdingen 1868.


