Aufsatz 
Festschrift zur Gedenkfeier des hundertjährigen Bestehens der Anstalt
Entstehung
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Die Gesellschaft ward vom Magistrate am 14. März 1799 bestätigt. Nach ihrer Verfassung, die aus Be- ratungen in den Versammlungen auf der Grundlage be- sonderer Entwürfe Roths, von Bostels und des Kammer- direktors von Meyer hervorgegangen war, konnte jeder Mitglied werden, der sich zu einem in Geld, in Büchern oder naturwissenschaftlichen Lehrmitteln zu entrichtenden jährlichen Beitrage von mindestens zwei Gulden verpflichtete. Regelmässige Abendversammlungen der Gesellschaft zu Be- ratungen und zu Vorlesungen über das Schul- und Armen- wesen waren auf den Anfang und die Mitte eines jeden Monates festgesetzt. An der Spitze der Gesellschaft standen ein engerer Ausschuss von drei und ein Hauptausschuss von fünf Mitgliedern. Eines der drei Mitglieder des engeren Ausschusses führte je ein Jahr lang die Leitung im Aus- schuss. Ein Geschäftsmann war als bleibender Gesellschafts- sekretär der Konsulent; die finanzielle Verwaltung besorgte ein ökonomischer Ausschuss von fünf Personen. Das Siegel der Gesellschaft zeigte zwei Männer, welche die Bildsäule der Weisheitsgöttin aufrichteten. Unter denselben standen die Worte:Mit vereinigten Kräften.

Das Streben der gemeinnützigen Gesellschaft verdient gewiß volle Anerkennung; die unverdrossene Thätigkeit, die sie dem einfchlummernden reichsstädtischen Bürgertum gegenüber entfaltete, die rastlose Geschäftigkeit, mit welcher sie für die Erhaltung der einmal gegründeten Schule stets nach neuen Hilfsquellen suchte, die Opferwilligkeit, mit der sie unter bösen Zeitverhältnissen ihre edlen Zwecke förderte, leuchtet als helles, wenn nicht einziges Licht aus dem Dunkel, das die letzten Jahre der Reichsunmittelbarkeit Wetzlars umnachtete.

Freilich seitdem die von der gemeinnützigen Gesell- schaft erstrebte Schulanstalt ins Leben getreten war, schwand