Aufsatz 
Festschrift zur Gedenkfeier des hundertjährigen Bestehens der Anstalt
Entstehung
Einzelbild herunterladen

6

Mehrere Mitglieder einer vom Magistrat zur Unter- suchung des städtischen Schulwesens niedergesetzten Rats- deputation hielten zur Abhilfe des von ihnen bald erkannten Notstandes die freiwillige Mitwirkung der Einwohner Wetzlars für zweckmässig und luden daher einige gleichgesinnte Freunde zu einer Beratung darüber ein, wie eine solche Mitwirkung herbeigeführt werden könne. So traten am 9. Januar 1799 neun Männer: Hofrat Bernegger, Hofrat Friedrich von Bostel, Ratsschöff und Scholarch Büsser, Konrad Drullmann, Pfarrer Follenius, Pfarrer Dr. Froriep, Kaufmann David Hinckel, Rektor Rimrod und Dr. Roth zu einer gemeinnützigen Gesellschaft zusammen, welche sich die Verbesserung des städtischen Schulwesens, in zweiter Linie aber auch die Sorge für das Armenwesen der Stadt zur Aufgabe stellte. In ihren öffentlichen Versammlungen, die seit dem 16. Januar 1799 stattfanden, wusste die Ge- sellschaft durch Vorträge der Mitglieder Roth, Froriep, von Bostel, Abel, Althof, Frech, Rimrod u. a. m. das Verständ- nis für ihre gemeinnützigen Bestrebungen zu erwecken und manchen angesehenen Mitgliedern des Reichskammergerichts wie der Bürgerschaft ihre Begeisterung dafür einzupflanzen. Ende März 1799 trat sie auch mit einer gedruckten ersten Nachricht von den bisherigen Verhandlungen der Wetzla- rischen gemeinnützigen Gesellschaft zur Rechtfertigung ihrer Absichten und ihrer Thätigkeit vor die Oeffentlichkeit. Damals zählte die Gesellschaft nach kaum zweimonatlichem Bestehen schon 63 Mitglieder; die Zabl wuchs beträchtlich, als die beiden Pfarrer Follenius und Froriep in besonderen Predigten ihrer Gemeinde die Unterstützung der Gesellschaft und die von ihr erstrebte Schulanstalt dringend ans Herz legten. Am Ende des Jahres 1799 hatte die Zahl der Mit- glieder ihren Höhepunkt mit 174 erreicht.