Aufsatz 
Festschrift zur Gedenkfeier des hundertjährigen Bestehens der Anstalt
Entstehung
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vor der Teilnahme an den wachsenden Erfolgen derselben das Interesse der Mitglieder an den Versammlungen. Nachdem ihnen im Winter 1801 auf 1802 mancherlei Hindernisse in den Weg getreten waren, nahm man im März 1802 einen neuen Anlauf, der aber auch nur wenige Monate angehalten zu haben scheint. Die für Wetzlar folgenschweren Ereignisse von 1802 und 1803*) brachten der gemeinnützigen Gesell- schaft noch die Genugthuung, auch ihre auf das Armen- wesen gerichteten Bestrebungen mit Erfolg gekrönt zu sehen. Als aber das Reichskammergericht aufgelöst wurde, war der Name der Gesellschaft schon verschwunden; die Beiträge ihrer Mitglieder, die zuletzt noch 1806 in die Schulkasse flossen, wurden als Beiträge einerehemaligen Schulgesell- schaft aufgeführt.

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Als nächstes Ziel ihrer Bestrebungen hatte sich also die gemeinnützige Gesellschaft die Verbesserung des Schul- wesens in Wetzlar gesteckt, und es wurde ihr gern erlaubt an den Arbeiten der Schulkommission teilzunehmen.

Diese bestand aus den beiden städtischen Scholarchen, dem Ratskonsulenten, einem Geistlichen, einem Lehrer, vier von der gemeinnützigen Gesellschaft entsandten Gliedern (nämlich zwei Kameralpersonen und zwei Bürgern), einem Sekretär und einem Archivar. Die ersten Mitglieder waren: Ratsschöff Joh. Büsser als ältester Scholarch, Senator Büsser als jüngerer Scholarch, Ratskonsulent Münch, Pfarrer Froriep, Rektor Rimrod, Hofrat Fr. von Bostel, Hofrat Gombel, Kauf- mann David Hinckel, Kaufmaun Ph. Heinr. Müller, als Se-

*) Durch den Reichsdeputationshauptschluss vom 25. Februar 1803 ward Wetzlar als Grafschaft dem Kurfürsten u. Reichserzkanzler K. Th. von Dalberg überwiesen; dieser hatte aber schon im November 1802 von der Stadt und deren Gebiet Besitz genommen. Dalberg wurde 1806 Fürst Primas des rheinischen Bundes und 1810 Grossherzog von Napoleons Gnaden.