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vor der selbst das Leben der Kinder zurücktreten müsse. Die Religion des Islam, die beste, die es gebe, beruhe einzig: auf der Sicherheit und der Herrschaft des Hauses Osman; stürze dieses Haus, so stürze auch der Islam; durch nichts aber drohe dem Hause sicherer der Untergang als durch häusliche Zwietracht. Um also sowohl das Haus wie das Reich wie den wahren Glauben zu retten, müsse man um jeden Preis selbst durch die Ermordung der eigenen Kinder den inneren Zwistigkeiten begegnen. Der Verlust der eigenen Kinder dürfe nicht ins Gewicht fallen, wo die Religion in Gefahr sei. Mustaphas Sohn dürfe man umsoweniger schonen, als er schon durch das Verbrechen des Vaters angesteckt und schuldig erscheine; man dürfe nicht daran zweifeln, dass er sich bald an die Spitze der Partei des Vaters stellen werde, Durch solche Vernunftgründe liess sich Soliman überreden und unterschrieb leichten Herzens das Todesurteil seines Enkels, Ibrahim Pascha erhielt den Auftrag, sich schleunig'st nach Brussa*) zur Ermordung des unschuldigen Kindes aufzu- machen. Als dieser dorthin gekommen war, glaubte er in erster Linie sich bemühen zu müssen, die Mutter des Knaben zu täuschen. Denn es schien ihm selbst allzu unmenschlich, das Kind mit Wissen und fast vor den Augen der Mutter abzuschlachten. Auch wäre gar leicht eine Erhebung des
## Brussa, türkisch Bursa, das alte Prusa, die Gründung des bithynischen Königs Prusias, des Gastfreundes Hannibals, 950 n. Chr. von den Arabern zerstört, von den byzantinischen Kaisern wieder aufgebaut, von Sultan Osman nach zehnjähriger Belagerung 1326 erobert, war die Residenz und Begräbnisstätte der ersten osmanischen Sultane. Brussa ist berühmt wegen. seiner wunderschönen. Lage am Fusse des 2530 m hohen bithynischen Olymp, seiner Seiden- raupenzucht, seiner vielen, glanzvollen Moscheen und seiner schwefel- und eisenhaltigen Quellen. Die Stadt ist seit 1876 auf 76.000 Ein- wohner angewachsen infolge der Ansiedelung mohammedanischer Flüchtlinge aus Bulgarien, Bosnien und der Dobrudscha nach dem letzten türkisch-russischen Kriege. Wenn Herr Konsul Scholer in Brussa diese Zeilen zu Gesicht bekommt, möge er mit meinen besten Grüssen den wiederholten Dank für seine mir und Herrn A. Paluka in Brussa erwiesene Güte entgegennehmen.


