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er möge kommen, wenn er seine Herrschaft retten wolle. Bestürzt eilt Soliman auf diesen Brief sofort herbei, ruft Mustapha durch ein dringliches Schreiben zu sich, dass er sich gegenüber den Anklagen, die auf ihm lasteten, und von den schon ganz offenen Anschuldigungen reinige. Er schärft ihm ein, dass er, wenn er gehorche, keine Gefahr laufe. Ängstliche Zweifel quälten Mustaphas Brust; wenn er vor dem erzürnten und feindseligen Vater sich stellte, lief er grosse Gefahr; wenn. er aber wegbliebe, wäre dies nur ein Geständnis seiner Schuld. So siegte der Entschluss, in dem mehr Mut aber auch die grössere Gefahr lag, und er kam zum Vater, sei es auf seine Unschuld vertrauend oder weil er hoffte, dass in Gegenwart des Heeres ihm nichts Böses zustossen könne; sicher aber rannte er in sein Verderben. Das Todesurteil über seinen Sohn hatte Soliman schon von Hause mitgebracht; vorher aber hatte er noch in der Absicht, auch alle religiösen Bedenken zu beseitigen, seinem Mufti, wie der‘oberste Priester wie bei uns der Papst bei den Türken heisst, folgende Fragen vorgelegt, die ihm eine erwünschte Antwort sichern musste: In Constantinopel habe einer der ersten Kaufleute, als er aufeinige Zeit sich vom Hause entfernte, seinem Diener, dem er am meisten‘vertraute, die Aufsicht über seine Familie und sein ganzes Haus übertragen und Weib und Kinder seiner Treue übergeben. Jener aber habe sogleich nach der Ab- reise des Herrn die ganze Habe zu vergeuden und dem Leben seiner(rattin und‘ihrer Kinder nachzustellen begonnen, ja sogar auf ihn, den Herrn selbst, einen tödlichen Anschlag ausgedacht; er, der Sultan, wolle wissen, was der Mufti gegen diesen Mann für eine Strafe festgesetzt haben wolle. Der Mufti gab den Bescheid, dass der Verbrecher den Tod unter Martern verdient habe. Sei es nun, dass der Mufti diese Antwort nach seiner Überzeugung abgegeben hatte oder nur durch die listige Anstiftung Rustans und Roxolanens hiezu verleitet war, jedenfalls bestärkte sie Soliman in seiner grau- samen(eesinnung, die ohnehin:dem Morde seines Sohnes zu- neigte; denn er: hielt das Vergehen des Sohnes gegen ihn für nicht geringer als das jenes Dieners gegen seinen Herrn. Als Mustapha ins Lager kam, war das ganze Heer in ängst- licher Spannung dessen, was’da kommen werde.‘Er wurde


