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wir am Ufer des Hebrus zur Rechten und. den H&mus, der zum Pontus streicht, zur Linken lassend, bis wir über die herrliche Brücke des Mustapha über den Hebrus nach Adrianopel®) gelangten, das bei den Türken Edrene heisst. Diese Stadt*) hiess, ehe sie von Kaiser Hadrian den Namen und das Wachstum erhielt, Uscada und Oresta; sie liegt am Zusammenfluss des Hebrus oder Maritza und der Flüsschen Timsa und Harda, die zusammen dann ins Ägäische Meer fliessen. Die Ausdehnung auch dieser Stadt ist, soweit sie von den alten Mauern eingefasst wird, bedeutend; doch ist sie durch die Vorstädte und die Gebäude, welche die Türken hinzugefügt haben, gewachsen. Wir blieben nur einen Tag in Adrianopel und setzten unseren Marsch gegen das schon nahe Constantinopel fort, um gleichsam den letzten Akt unserer Reise zu vollenden. Als wir diese Gegenden passierten, wurden uns überall eine ungeheuere Menge von Blumen, Narzissen, Hyazinthen und was die Türken Tulpen nennen, angeboten, zu unserer grossen Verwunderung, weil es mitten im Winter war, für Blumen die unfreundlichste Jahreszeit. An Narzissen und Hyazinthen trägt Griechenland Überfluss; ihr überaus starker Geruch kann, in Fülle erzeugt, Menschen, die nicht daran gewöhnt sind, Kopfschmerzen bereiten. Die Tulpen**) haben keinen oder nur geringen Duft, sie empfehlen sich den Menschen durch ihre schöne, bunte Farbenpracht.
*) Adrianopel(47 m ü.d. M.) türkisch Edirne, alte Haupt- stadt der europäischen Türkei, jetzt nur die des Wilajets Adria- nopel, am Zusammenfluss mit Arda und. Tundscha, mit 81000 Einwohnern. Adrianopels ältester Name ist Uskudama; es war die Hauptstadt der thrakischen Bessier.
*#) Busbeck hat das Verdienst die Tulpe und Syringe im christlichen Europa eingebürgert zu haben, wie er auch bekanntlich die„Königin der Inschriften“, das Ancyranum Augusti von Angora zum ersten male der Welt in Abschrift ge- boten hat. Viele Handschriften griechischer, römischer und ara- bischer Schriftsteller sind durch ihn in die kaiserlichen Biblio- theken von Wien una Prag. gekommen; der Münsenschatz hat durch seine Funde grosse Bereicherung erfahren. Vergl. damit die eigenen Worte Busbecks im vierten Sendschreiben:„Von alten Münzen


