Aufsatz 
Augier Ghiselin von Busbeck, Vier türkische Sendschreiben. 1554. Erstes Sendschreiben : Festgabe des Kgl. humanistischen Gymnasiums Ludwigshafen am Rhein zur 50-Jahrfeier der Gemeinde Ludwigshafen am Rhein
Entstehung
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bot sich mir ein ebenso angenehmes wie ungewohntes Schauspiel: Bemalte Schilde und Lanzen, mit Edelsteinen besetzte Krummsäbel, buntfarbige Federn, Turbane aus glänzend weissen Tüchern zusammengebunden, purpurne oder dunkelgrüne Gewänder, vorzügliche Pferde mit herr- lichem Geschirr und Zaumzeug. Die Offiziere treten an mich heran und empfangen mich mit Höflichkeit, freundlichen Glückwünschen ‚und fragen, ob meine Reise nach Wunsch verlaufen sei; ich antwortete verbindlich und entsprechend. So geleiten sie mich nach Gran; unter diesem Namen ver- steht man die Burg auf dem Hügel, dessen Fuss die Donau bespült und die nahe daran gelegene Stadt in der Ebene. Hier nahm ich mein Absteigquartier. Der Erzbischof dieses Ortes nimmt unter den Grossen Ungarns an Rang und Reich- tum den ersten Platz ein. Wir werden fast militärisch ein- quartiert; anstatt der Betten werden auf Bretter dickwollene Teppiche gebreitet, ohne Kopfkissen und Leintücher. So genossen meine Leute zum erstenmal den türkischen Komfort; denn ich selbst hatte vorsorglicher Weise mein Bett mit- gebracht. Tags darauf bat mich der Sandschakbey dringend ihn zu besuchen. So nennen die Türken ihren Platzkomman- danten; als Zeichen seiner Würde hat er einen Sandschak, d.h. Fahne oder Feldzeichen, eine vergoldete Kugel auf einer Lanzenspitze, die seiner Schwadron vorangetragen wird. Ob- wohl ich an ihn weder ein Schreiben noch einen Auftrag hatte, bestand er doch so höflich dringend auf meinem Besuch, dass ich hingehen musste. In der Tat wars ihm um nichts anderes zu tun, als mich zu sehen, amtlich zu begrüssen, nach meiner Mission zu fragen, mich zum Frieden zu ermahnen und mir glückliche Reise zu wünschen. Auf meinem Wege dahin wunderte ich mich, dass im Monat Dezember bei kaltem Wetter die Frösche quakten; das bewirken wohl die warmen Schwefel- quellen der dortigen Sümpfe. Ich verliess Gran und wandte mich nach Buda, nachdem ich noch vorher gefrühstückt hatte, was für das Mittagsmahl dienen musste. Denn es war keine Möglichkeit mehr, vor Budapest Halt zu machen. Zugleich mit mir zog, um mir das Geleit zu geben, der Sandschak mit seiner ganzen Gefolgschaft und Reiterei aus, ohne dass ich ihn an dieser Ehrenpflicht verhindern konnte. Vor den Toren