Aufsatz 
Augier Ghiselin von Busbeck, Vier türkische Sendschreiben. 1554. Erstes Sendschreiben : Festgabe des Kgl. humanistischen Gymnasiums Ludwigshafen am Rhein zur 50-Jahrfeier der Gemeinde Ludwigshafen am Rhein
Entstehung
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waren, wieder aufgesperrt werden mussten. Der*König, der an diesem Tage auf die Jagd gezogen war, hatte mir den Wunsch hinterlassen, dass ich bei seiner Rückkehr abgereist sein möge, und in der Tat war mein Auszug kurz vor seinem Eintreffen in Wien erfolgt. 11 Uhr nachts kamen wir nach Fischamend, einem ungarischen Städtchen, vier Stunden hinter Wien, wo wir zu Nacht speisten; denn wir waren vor lauter Eile von Wien ohne Abendessen ausgezogen. Von da setzten wir unsere Reise nach Komorn fort. Den Aufträgen meines Königs entsprechend, nahm ich einen gewissen Paul Palmai, der die Räubereien und Plünderungen der Türken gut kannte, mit nach Buda; mit seiner Unterstützung konnte ich um so leichter vom Pascha in Ofen meine Forderungen auf'Schaden- ersatz stellen. Aber der hatte alles eher erwartet als mein pünktliches Abreisen und Eintreffen und war noch nicht ein- mal vom Hause aufgebrochen. Auch wusste niemand anzu- geben, wann er kommen würde. Das traf sich höchst ärgerlich für mich, und ich berichtete darüber an König Ferdinand. Den nächsten Tag wartete ich noch auf meinen Begleiter in Komorn. Am dritten Tag setzte ich über die Waag und verfolgte meinen Weg gegen Gran, die erste türkische Grenzfestung. Der Befehlshaber von Komorn hatte mir zum Schutze 16 Reiter mitgegeben, welche die Ungarn Husaren nennen, und ihnen aufgetragen mich nicht eher zu verlassen, bis die türkischen Posten in Sicht kämen. Der Kommandant von Gran hatte mir kund tun lassen, dass mich seine Leute auf halbem Wege einholen würden. Als wir schon drei oder vier Stunden eine sehr weite Ebene durchreist hatten, zeigten sich uns von Ferne vier türkische Reiter, doch fuhren meine Ungarn nichts destoweniger fort mich zu begleiten. Da ich aber fürchtete, es möchte bei weiterer- Annäherung zu Plänkeleien kommen, ermahnte ich sie,: sich zurückzuziehen. Wie mich die Türken herankommen sehen, reiten sie herzu, machen vor meinem Wagen Halt und grüssen. So setzten wir ein gutes Stück unseren Weg fort unter Austausch von (resprächen(denn ich hatte einen Knaben als Dolmetsch bei mir), als wir, keiner weiteren Geleitschaft mehr gewärtig, in eine Niederung hinabgelangten.Hier sah ich mich plötzlich von einer Scharvon ungefähr 150 Reitern umringt, und es