Aufsatz 
Augier Ghiselin von Busbeck, Vier türkische Sendschreiben. 1554. Erstes Sendschreiben : Festgabe des Kgl. humanistischen Gymnasiums Ludwigshafen am Rhein zur 50-Jahrfeier der Gemeinde Ludwigshafen am Rhein
Entstehung
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der Stadt sprengen die Reiter um die Wette vor mir her, werfen den Turban auf den Boden, nehmen ihn im gestreckten Galopp mit den Lanzen wieder auf und treiben noch andere Reiterspiele. Unter ihnen befand sich ein Tatar mit so langem und dichtem Haare, dass er, wie man mir sagte, immer bar- häuptig ging, allem Wetter trotzend, gegen den Regen wie die Pfeile nur mit seinem Haarwuchs sich schützend. Der Sandschakbey nahm bald die Gelegenheit wahr, um sich von mir zu verabschieden und kehrte nach Hause zurück, nach- dem er mir noch einige Führer zu meiner Reise als Geleite gelassen hatte. Als ich nach Buda kam, zogen mir einige Türken von dem Range, die man Tschauschen nennt, ent- gegen, die bei ihnen als Aufwärter und Kuriere dienen und alle Aufträge, sei es des Sultans oder der Paschas, zu über- bringen haben, ein Dienst, der bei ihnen als ganz besonders ehrenvoll gilt. Ich werde bei einem ungarischen Bürger untergebracht, wo für mein Gepäck, Wagen und Pferde wahr- lich besser gesorgt ward als für meine Person; denn darauf sehen die Türken mit Vorliebe, dass Pferde, Wagen und Tross in Sicherheit sind; für den Menschen glauben sie schon genug getan zu haben, wenn sie ihn vor den Unbilden der Witterung schützen. Der Pascha liess mich durch einen Türken namens Tuygon, was so viel wie Storch bedeutet, besuchen und grüssen und sich entschuldigen, dass er mich mehrere Tage nicht empfangen könne, weil er von einer schweren Krank- heit festgehalten werde; sobald er sich wieder gesund fühle, werde er mir zur Verfügung stehen. Dieser Umstand be- wirkte, dass mir die Verzögerung Palmais keine Unannehmlich- keit verursachte und ihm auch nicht zur Schuld angerechnet wurde, umsoweniger, da er sich sehr bemühte, nicht zu spät zu kommen, und bald sich in der Tat einfand. Die Krank- heit des Pascha hielt mich lange in Ofen zurück. Man war der Meinung, er habe sich diese infolge einer Gemütserregung: über die Nachricht, dass ihm eine grosse Summe Geldes, die er irgendwo hinterlegt hatte, durch Diebstahl abhanden ge- kommen sei, geholt. Er stand nämlich tatsächlich im Rufe eines geldgierigen und fast schmutzigen Geizes. Unterdessen drückte er den Wunsch aus, meinen Leibarzt Wilhelm Quackelbein, einen gewiegten Philosophen und kundigen Arzt, von mir zu