die Reichsſtädte Frankfurt und Friedberg, der Freiherr von Riedeſ e und die mittelrheiniſche Ritterſchaft. Auch dem Reichskammergericht wurde Mitteilung gemacht. 1
Wie wenig Erfolg aber dieſe Beſchlüſſe hatten, zeigen die erſtaun⸗ lich vielen Raubüberfälle und das Auftreten oft großer Räuberbande am Ende des 18. Jahrhunderts, deren ſchlimmſte Schandtaten zum Schluß aufgezählt werden mögen, ſoweit nicht oben ſchon von ihne die Rede war.
1765 wurde der kurpfälziſche, von Frankfurt über Herborn, Dille burg nach Siegen fahrende Poſtwagen von einer Räuberbande be Kölſchhauſen angegriffen, der Poſtknecht verprügelt, auf die Reiſende geſchoſſen, der Jude Liebmann von Herborn verwundet, herausgeriſſe und mit Schlägen mißhandelt. Ihm wurden 7556 Gulden, dem Kauf mann Zickwolf aus Iſerlohn 70 Rottaler, dem Kaufmann Majona aus Amſterdam ein Ballen goldener Uhren, Tabaksdoſen und andere Wert gegenſtände im Betrag von 29 822 Frank geraubt).
1775 wurde in Eiffa eingebrochen, die Räuber entkamen z. T. durch den dichten Wald in das Gebiet des Grafen von Sayn⸗Wittgenſtei nämlich 4 Männer, 3 Buben und 2 Weibsperſonen. 2 Weiber fielen jedoch der Polizei in die Hände.
1776 beraubten 3 Kerle im Alter von etwa 25 Jahren, die Geweh bei ſich trugen, bei Neuhof unfern Idſtein einen Schäfer.
1780 wurden dem 100 Gulden Belohnung zugeſichert, der die
Mordbrenner namhaft macht, die in Heisberg einen Brand angeſtifte hatten.
1788 wurde vor dem Diebsgeſindel in der Wetzlarer Gegend gewarnt, dem die Landhuſaren auf den Ferſen ſind.
1788 machten Räuber in grünen Röcken mit ſchwarzen Aufſchlägen die Franzoſen zu ſein ſchienen, die kurſächſiſch⸗altenburgiſche Grenze unſicher. Auch die oraniſche Regierung hielt es für angebracht, vor ihnen zu warnen.
1789 drohte Gefahr vor franzöſiſchem Raubgeſindel in der Rhein gegend.
1792 gelang in Wiesbaden“) die Verhaftung von 30 meiſt jüdiſche
Räubern, die die Wetterau und die benachbarten Gebiete unſicher gemacht hatten.
1795 brachen 4 Räuber bei einem Kaufmann in der Stad Naſſau ein.


