Aufsatz 
Von Landstreichern, friedlosen Leuten und fahrendem Volk, besonders in den nassau-ottonischen Ländern von 1500 bis 1800 : Ein Beitrag zur Kulturgeschichte Nassaus
Entstehung
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Ader angab, es ſeien 300 Gewehrſchüſſe gefallen. Die Bande entkam 1 z. T. ins naſſauiſche Dorf Hof, z. T. ins Hagenburgiſche. 21 konnten in einem Wald bei Rennerod verhaftet werden, darunter mehrere Juden. Dieſes Geſindel ſtammte aus Holland und der Gegend von Aachen. Die damals verhafteten Räuber hatten es auf das Geld und n die Koſtbarkeiten des Bankherren Bruckmann aus Neuwied abgeſehen, mder in den Kriegsunruhen ſein Vermögen zu ſeinem Schwiegervater nach Daaden gebracht hatte. Die Rädelsführer waren die auch ſonſt berüchtigten Räuber Adolf Weyers, Damian Heſſel und Karl Heck⸗ mann. Sie wurden zu lebenslänglicher Feſtungshaft in Weſel verur⸗ mhtteilt, entkamen aber ſpäter*).

1 1799 wurde ein Fuhrmann bei Fuſſingen von 2 Räubern ohn⸗ mächtig geſchlagen und ihm eine Geldſumme von 100 Gulden ab⸗ genommen.

1800 brachen 4 Spitzbuben in Neunkirchen ein und raubten einen gerade in einem dortigen Wirtshaus wohnenden Juden aus.

1 1801 überfielen 20 Räuber unter fürchterlichem Gebrüll den Poſt⸗ halter von Würges) bei Camberg, ängſtigten die Hausbewohner durch Gewehrſchüſſe, verletzten ſie durch Dolchſtiche, raubten das Haus aus und machten ſich erſt aus dem Staube, als Sturm geläutet wurde. Dieſer Vorfall war mit die Veranlaſſung zu dem oben erwähnten Wetz⸗ larer Kongreß.

1801 wurde die gewaltige Summe von 12 000 Frank dem als Belohnung zugeſichert, der 4 genauer bezeichnete und beſonders gefähr⸗ liche Räuber dem Kölner Gericht überlieferte. Einer von ihnen war ein Franzoſe.

1802 wurde vor dem berüchtigten Schinderhannes gewarnt, der aus dem Gefängnis in Simmern ausgebrochen war und immer noch ſein Unweſen trieb.

Im gleichen Jahr machten 28 Räuber einen überfall im Amt Schaumburg.

1803 trieben ſich 6 Räuber in der heſſiſchen Nachbarſchaft umher, Por denen ein in Grünberg erlaſſener Steckbrief warnte, den auch die draniſche Regierung veröffentlichte.

b 1806 vrübte eine 12 bis 15 Mann ſtarke Räuberbande in Goſen⸗ ſa einen Einbruch. 2 wurden auf der Verfolgung totgeſchoſſen. Und

m gleichen Jahr wurde vor einerſtarken Räuberbande gewarnt, die m Amt Siegen ihr Unweſen trieb.

1807 wurde 2 Stunden von Herborn entfernt ein franzöſiſcher Krämer von 5 Kerlen ausgeraubt.

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