— 70—
des Schmerzes, den ihm dieß verurſachte. Er ſorgte ängſtlich dafür, daß die armen Dorfbewohner Suppe und andere Labſale erhielten; nie erglänzte ſein Angeſicht von größerer Freude, als wenn er von ſeinem Bette aus einen Blick erhaſchte von der Reihe der Frauen und Kinder, die mit ihren dampfenden Kannen und Krügen über den Grasplatz nach Hauſe gingen.
Alle, die ihn beſuchten, bewillkommte er in herzlichſter Weiſe, und ſeine Ausdrücke der Liebe gingen dann in ernſtes Gebet für ſie und ſeine Freunde über, auf daß ſie dem Herrn im Leben und in Ewigkeit angehören möchten. Sein Geiſt verweilte oft bei der un⸗ endlichen Liebe und Gnade Gottes und er pflegte dann auszurufen: Nun ſind alle Wolken weggezogen. Welch' unausſprechliche Gnade!“
Am 6. Februar hatte Sir Buxton eine ſchmerzliche Wiederkehr der Athemnoth; doch ertrug er dieſe Beklemmung mit gänzlicher Geduld und Unterwürfigkeit. Zwei Tage hierauf verlangte er den Ortsgeiſtlichen, der ihm und den Seinigen, die um ihn waren, das Abendmahl reichte.
In der Nacht begann er, offenbar im Schlaf, von der Bekehrung der Heiden zu ſprechen und der Sehnſucht für ſie zu wirken, indem er ſagte: Ich bin bereit, die Arbeit zu unternehmen.“ Nach einer Weile großer Erſchöpfung ſagte er: Chriſtus iſt höchſt gnädig— höchſt gnädig gegen mich. Ich ſetze mein Vertrauen auf Ihn.“
Einer ſeiner Verwandten, der ihn ungefähr eine Woche vor ſeinem Tode beſuchte, beſchreibt ſeinen Zuſtand folgendermaßen:
„Es war eine, wenn nicht gänzlich, doch beinahe ſchmerzloſe Krankheit. Nichts konnte ruhiger und gemüthlicher ſein als das Krankenzimmer, zu welchem alle nähere Bekannten leicht Zutritt hatten ohne Furcht ihn zu ſtören, da er entweder ſchlief oder, wenn wach in einer ruhigen, heiteren, glücklichen Geiſtesſtimmung ſich befand; ſeine Güte und gute Laune gegen Alle, die ihn umgaben, war dieſelbe; kein verdrießliches, kein gereiztes Weſen..
„ lls ich ihm bemerkte, ich hätte wahrgenommen, er habe einen feſten Halt an Chriſtus, erwiederte er in klarer nachdrucksvoller Weiſe: Ja wohl, zum ewigen Leben.“ Nach einem lang anhaltenden Zuſtande von Unempfindlichkeit, lebte er in auffallender Weiſe wieder auf. Gerade ehe wir ihn verließen, am 14. Februar, war ſein Geiſt lebhaft und klar wie ein wolkenloſer Morgen. So lange mir das Gedächtniß bleibt, kann ich ſeinen friſchen Blick der zärtlichen Liebe und Zuneigung, der Freude und des Friedens, alles vereint, nicht


