Weiſe ausgebildeten Methodik dieſer Unterricht, die eigentlichen Athletenkünſte be⸗ ſeitigend, nicht minder der geiſtigen als der körperlichen Gymnaſtik dient, wie denn auch faſt durchgängig die beſten Turner dieſer Schule zugleich die beſten Schüler der Wiſſenſchaft ſind, ja ſelbſt die in wiſſenſchaftlicher Bildung hervorſtehenden Generationen auch im Turnſaal durch die Harmonie und Präciſion ihrer Evolutionen und gymnaſtiſchen Künſte ſich auszeichnen. Wir dürfen unter dieſen Umſtänden einen beſondern Werth darauf legen, daß Herr Spieß die beiden Gymnaſialclaſſen, welche bisher an dieſem Unterrichte Theil genommen haben, durch beifällige Belobung ganz vorzüglich ausgezeichnet hat. Leider hat der Mangel einer angemeſſenen Localität, welcher der Vervollkommnung des hieſigen Gymnaſialweſens in ſo vielen Beziehungen unüberſteigliche Hinderniſſe in den Weg legt(ſ. Progr. 1849 S. 7), auch hier wieder in unangenehmer Weiſe ſich fühlbar gemacht. Reſt zweifelt nicht daran, daß, wenn dieſer Mangel beſeitigt, und ſomit die Uebungen vermannichfaltigt und auf der oberſten Lehrſtufe einigermaßen auch auf das Mili⸗ täriſche ausgedehut werden könnten(vgl. S. 18 und 32 dieſes Programms), die⸗ ſelben auch für die letzten Bildungsjahre der Mittelſchule eine verſtärkte Anziehungs⸗ kraft und bei allgemeiner Wehrpflicht eine in militäriſcher und nationaler Beziehung erhöhte Wichtigkeit erlangen würden.— Eine werthvolle Anerkennung hat das zweite Heft dieſer Beiträge durch die ehrende Behandlung erhalten, welche ihm gleich dem erſten in der Berliner Gymn. Zeitſchr. 1850 S. 219 zu Theil geworden iſt. Der eben ſo ſcharf blickende als würdig geſinnte Verf. dieſer Anzeige, Herr Dr. Robert Geier in Halle, hat es der Mühe werth erachtet, die Ideen der Schrift in lehrreicher Vergleichung mit denen von Kraft in Hamburg und Meyer in Eutin zu entwickeln. Er miſſbilligt die beantragten Dispenſationen und thut Recht daran, wenn, wie bisher in unſerm Gymnaſium, denen, die nicht Griechiſch lernen, kein Erſatz dafür gewährt wird, oder wenn man überhaupt in Preußen und Sachſen noch auf dem alten Standpunkte ſteht, auf welchem es möglich iſt, ſich ihrer zu erwehren, ohne die Univerſalität der Gymnaſialbildung zu einer durch den Contraſt des Zwanges und der Freiheit von innen zerpflückten, am Ende faſt auf Nichts zuſammenſchrumpfenden Particularität herabzuſetzen.— Der im zweiten Hefte mit⸗ getheilte bildliche Entwurf von Külp iſt mit verdienter Würdigung empfohlen wor⸗ den von Kriegk in Nr. 20 des vorjährigen Frankfurter Freiſtädters und von Wagner in Nr. 107 der vorjährigen A. S. Z. Herr Archivdirector Friedemann zu Idſtein hat den Grundgedanken als Motiv gebraucht, um in ähnlicher Weiſe eine ungemein zweckmäßige und förderliche Vereinigung von Naſſau mit den beiden Heſſen zu gemeinſam öffentlichen Berichten über die Thätigkeit der drei hiſtoriſchen (warum nicht auch der geographiſchen?) Vereine zu bewirken, und die Redaction der periodiſchen Blätter Nr. 16 S. 224 wünſcht dieſe Vereinigung über den gan⸗ zen Süden und Weſten von Deutſchland auszudehnen.— Uebrigens kann ich nicht ſchließen, ohne meinen herzlichſten Dank den verehrten Collegen auszuſprechen, welche dieſe von dem momentanen Bedürfniß bedingten, auf rationelle Behandlung und
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