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Nationen von höherer politiſcher und ſocialer Bildung wenig Sorge zu machen pflegt, wird auch bei uns ihre praktiſche Löſung erhalten, wenn es einer weiſen Staatskunſt unter günſtigen Verhältniſſen gelingt, Staat und Geſellſchaft zu einer Fortſetzung der Schule, zu einer erziehenden Schule für die Nation zu geſtalten und ſomit die Widerſprüche zu entfernen, die jetzt noch Schule und Leben entzweien. Der neueſte Wahlſpruch für unſere Schulen iſt Lehrfreiheit, keine unnütze Ge⸗ lehrſamkeit, kein Polizei⸗ und Bakelregiment, kein rückenkrümmendes Bankabſitzen und augenverderbendes Bücherei⸗ und Schreibereiweſen, dafür Unterweiſung in den Rechten und Pflichten des Staatsbürgers, Einführung in die nationalen und po⸗ litiſchen Intereſſen eines neu zu bildenden Zeitalters, Kräftigung und Ertüchtigung dafür durch ein nicht bloß muskelfeſtigendes und bruſtſtählendes, ſondern auch herz⸗ begeiſterndes Turnweſen, endlich Wiedererweckung des altgermaniſchen ſtabreimenden und ſchilddröhnenden Barrits in dem Uniſono eines patriotiſchen Hochgeſangs. Alles trefflich und preiswürdig. Aber täuſchen wir uns darum nicht über das Weſen der wirklichen Dinge durch Verwechſelung mit ihren ſchöngemalten Idealbildern. Je mehr die Schule ſich dem öffentlichen Leben anſchließt, während dieſes weder in nationalem Sinne geſtaltet noch zu ſocialer Ordnung beruhigt iſt, um ſo mehr iſt ſie auch der Gefahr ausgeſetzt, von verderblichen Richtungen deſſelben, die noch nicht beſeitigt find, fortgeriſſen, in einem Tummelplatz wilder und wüſter Parteiung umgewandelt zu werden, auf dem nicht mehr der intelligente Scharfblick, nicht die auf Erfahrung geſtützte beſonnene Leitung, nicht die gemüthliche Offenheit und Herzlichkeit, ſondern die egoiſtiſche Berechnung und ſtarre Rechthaberei, der Terrorismus eines in einem öffentlichen Blatte verkündeten Machtſpruchs, endlich die offene Empörung das Commando führen. Ich bedaure die Jugend als ihres Heiligthums beraubt, der die Verfaſſungsurkunde ſtatt der Bibel, die Zeitungen ſtatt der claſſiſchen Autoren gereicht werden, die um ihrer politiſchen Bildung willen aus der poetiſchen Vorweihe des Lebens herausgeriſſen wird, um die möglichſt frühe Ueberzeugung von der Schlechtigkeit aller menſchlichen Dinge zu gewinnen, die da mißbraucht wird, um in dem Kampfe über directe und indirecte Wahlen und zum Sturze einer fingirten Miniſterialreaction den Ausſchlag zu geben. Ich habe immer die Ueberzeugung gel⸗ tend gemacht und will ſie auch jetzt nicht verleugnen, daß zwar auf wiſſeenſchaftlich eſchichtlichem Wege unſere Zöglinge in das Verſtändniß der vaterländiſch nationalen Fuſtände eingeführt, und auch das Fehlerhafte und Gebrechliche daran nicht ver⸗ ſchwiegen, aber auch innerhalb dieſes Kreiſes die Parteiungen des Tages von ihnen fern gehalten werden müſſen, und daß ihre thatſächliche Betheiligung an den wogen⸗ den Kämpfen und Demonſtrationen auf die Momente dringender Noth und Ge⸗ fährdung und für rein menſchliche Zwecke zu beſchränken ſei. Die Schule muß das Vorbild bleiben der Ordnung und Ruhe, die im ſittlichen wie im ſtaatlichen Leben vorherrſchen ſoll im Gegenſatz gegen rohe und wilde Gewalt. In dieſem Sinn und Geiſte habe ich in freundſchaftlichem Zuſammenwirken mit allen Lehrern des G. meine Pflicht zu erfüllen geſtrebt, und wir fühlen uns belohnt dadurch, daß es uns ge⸗
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