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für den fruchtbar werden könnte, der nicht das Contagium des Rohſtoffes glücklich beſtanden, nicht durch die ſpeciellſten Einzelnheiten zu ihrer Selbſterwerbung ſich hin⸗ durchgearbeitet hat. Zu dem Allem kommt noch, daß die große Menge derjenigen, die außerhalb, zum Theil auch wohl innerhalb der drei alten zünftigen Facultäten mit ihren Lebensplänen ſtehend, zwar höhere Bildung und akademiſches Studium beabſichtigen, aber, wie nun einmal die Dinge bei uns unabänderlich geworden ſind, zwar Lateiniſch, doch nicht Griechiſch lernen ſollen und wollen, mit jener Stellung des Griechiſchen jede Vermittelung zu alteclaſſiſcher Bildung überhaupt verlieren würde, wie denn in einer nach dem künftigen Berufsſtudium ganz oder theilweiſe zu bemeſſenden Dispenſation von der griechiſchen Sprache und dem Lateinſchreiben die einzige Möglichkeit liegt, das G. als allgemeine Bildungsanſtalt mit claſſiſcher Grundlage zu erhalten, die ſonſt wohl unvermeidlich ihrem völligen Untergang ent⸗ gegen gehen würde.
Aus dieſen Gründen werden Cicero, Virgil und Horaz mit der antik claſſi⸗ ſchen Bildungsweiſe ſtehen und fallen, niemals aber durch jene Griechen erſetzt wer⸗ den, deren hoher Ruhm zwar unangetaſtet bleibt, aber irrthümlich und ohne eigne Durchprüfung mit ſchulmäßiger Brauchbarkeit verwechſelt, oder gar in Beziehung auf Werke gedacht wird, die für die Literatur längſt nur noch in der Form von Citaten und Fragmenten vorhanden ſind. Wie hoch wir auch das geniale Volk der Griechen ſtellen, und wie vollherzig wir ſeiner Lobpreiſung beiſtimmen, dennoch ſträu⸗ ben wir uns vergebens gegen das Eingeſtändniß, daß die Geſammtheit deſſen, was aus dem Schiffbruch der griechiſchen Literatur an die Ufer der Neuzeit geworfen und in arger Zerſtückung gerettet worden iſt, für den hier in Frage ſtehenden Be⸗ trieb in den Fächern der Lyrik, Philoſophie, Beredſamkeit und Geſchichtſchreibung hinter der römiſchen Literatur zurückſteht, in denen der didaktiſchen und ſatiriſchen Poeſie und Epiſtolographie faſt nichts Geeignetes darbietet und aus dem unermeſſlichen Reichthum ihrer Analekten, Anthologien, Epigramme, Eklogen, Excerpte und Fragmente, deren ſchulmäßige Auswahl in größerem Umfange noch immer mißlun⸗ gen iſt, nur einzelne anerkannt ſchätzbare Brüchſtücke und Lückenbüßer ſpendet. Und vollends die Anſchauungen des Griechenthums da, wo ſie in origineller Urpracht hervortreten, auf dem Gebiete der bildenden Kunſt, unmittelbar aus der griechiſchen Lectüre ſchöpfen, oder ihr als gelegentliche Ergänzung beifügen zu wollen, dies er⸗ weiſet ſich als völlig unmöglich, wenn man den Verluſt faſt der geſammten griechi⸗ ſchen Kunſtliteratur in Anſchlag bringt und das Verhältniß erwägt, in welchem der ganz ungenießbare Pauſanias und der oberflächliche Philoſtratos ſelbſt hinter den für den Unterricht doch wenig brauchbaren Schriften des Vitruvius und Plinius zurückſtehen.
In Berlin wurden die Uebungen im Lateiniſchen und die freien lateiniſchen Auf⸗ ſätze für nicht allgemein verbindend erklärt und ſomit nicht maßgebend für die Reife des Schülers im Unterrichte erachtet, wonach die Zahl der lateiniſchen Lehrſtunden in den oberſten Claſſen auf höchſtens 7 zu beſchränken wäre. Die hierdurch gewon⸗
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