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Beziehungen hat nicht nur das Gegentheil der Popularität zur Folge, ſondern ſie veranlaſſt auch manche Rückſichtsloſigkeiten der Behandlung, welche aus dem Glau⸗ ben hervorgehen und wiederum den Glauben fördern, daß für das Gymnaſium in jener geſonderten Sphäre das Schlechteſte immer noch gut genug ſei. Die Anklage iſt hart und muß bewieſen werden, ich wähle unter den mir zu Gebote ſtehenden Beweisfällen denjenigen, der keine perſönliche Beziehung geſtattet und Niemand, ſelbſt nicht dem alten Syſtem oder Polizeiſtaate zum Vorwurfe gereichen ſoll, ſondern nur die Ungunſt der Verhältniſſe anſchaulich macht. Unſer altes Pädagoggebäude hatte zweckmäßig geformte, helle, freundlich von der Morgenſonne beleuchtete und durch Bau⸗ art und Lage von jedem ſtörenden Geräuſche geſonderte Lehrzimmer, wo, wie es die Stiftung eines weiſen und wohlwollenden Fürſten bezweckte,„Lehrer und Lernende nicht geärgert und geſtört werden konnten.“ Aber Alter und Verfall hatten das Gebäude in eine Ruine verwandelt, welche zudem nicht mehr den nöthigen Raum für ver⸗ mehrte Claſſen darbot. Eine gründliche Reparatur des Gebäudes mit etwaiger Ver⸗ legung der Directorialwohnung würde beides gewährt haben, aber dazu waren keine Mittel aufzutreiben, und ſo wurde eine Verlegung des Gymnaſiums in das bisherige Waiſenhaus angeordnet. Für einen geringen Kaufpreis wurde das alte Pädagog als Eigenthum der Stadt überlaſſen, und dieſe vermochte ſogleich durchzuführen, was dem Staate unmöglich geweſen war. Das alte Pädagog wurde verjüngt und er⸗ hielt die Einrichtung, die man für das Gymnaſium oft genug und immer erfolglos projectirt hatte, während dieſes nunmehr in einem Gebäude ſich befindet, welches nach Lage, Bauart und Einrichtung gerade ſo, wie es iſt, beſchaffen ſein müſſte, um die möglichſt größte Zweckwidrigkeit zu realiſiren und allen nothwendigen Ein⸗ richtungen unüberwindliche Hinderniſſe entgegenzuſtellen. Der Verfaſſer hat längſt aufgehört, eine Abſtellung der damit verbundenen Uebelſtände zu hoffen, oder nur eine Klage über deren Vorhandenſein zu führen. Aber dennoch hätte er nicht ge⸗ glaubt, daß eine Erwähnung einiger derſelben, welche nur dazu dienen ſollte, ge⸗ wiſſe Mängel des Zeichnen⸗ und Geſangunterrichtes zu entſchuldigen, als ein Be⸗ ſtreben, die Gymnaſialmängel überhaupt nur mit einem äußeren Firniß zu über⸗ ziehen, aufgefaſſt werden könnte, und zwar an einem Orte, wo in der nächſten Um⸗ gebung die Real⸗ und Gewerbſchule, das Pädagog und die Stadtkirche die ruhm⸗ würdigſten Beweiſe jener hochherzigen Geſinnung und Beſtrebung vor Augen ſtellen, welche durch ein mit großen Opfern erzieltes zweckmäßiges, anſtändiges, freund⸗ liches und geſchmackvolles Aeußere an Reinlichkeit, Ordnung, Anſtand und Feinheit des Benehmens zu gewöhnen, Andacht und Erhebung zum Edeln zu fördern weiß. Das hieſige Gymnaſium iſt hinſichtlich dieſer auf die inneren Zuſtände tief einwirken⸗ den Aeußerlichkeiten nicht bloß hinter allen übrigen Landesgymnaſien, ſondern ſelbſt hinter dem zurückgeblieben, was viele Landſtädte und Dorfſchaften ihren Volksſchulen gewährt haben*). Es hat wohl eine tiefere Bedeutung darin liegen ſollen, daß
75 5) Zur Beſtätigung folgende Einzelheiten: 1) alle Haupt⸗ und Nebenarten des Straßen⸗ lärmens in ſolcher Mannichfaltigkeit und mit ſolcher Heftigkeit von drei Seiten her in das


