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heillamen Einfluß. Er ſchrieb reuige Briefe an ſeine Gattin. Daraufhin kam Maria Ende Januar 1567 ſelbſt; ihren Arzt hatte ſie ſchon viel früher, bei der erſten Nachricht von der gefähr- lichen Erkrankung des Gatten, nach Glasgow gelandt. Das Ergebnis des Wiederſehens war eine aufrichtige Verſöhnung. Darley gelobte feierlich ſich zu beffern, und beſonders verſprach er fein Verhalten gegen den Adel zu ändern. Maria wollte jetzt vor allem den Bekehrten dem Einfluß des ränkefüchtigen und ihr perſönlich übelgeſinnten Grafen Lennox entziehen. Der Kranke lſollte nach Craigmillar gebracht werden. Dies unterblieb jedoch auf den ausdrücklichen Wunſch des Königs ſelbſt, der näher bei der Gattin ſein wollte. In das Schloß Holy-Rood aber, wo der kleine Prinz weilte, durfte der Geneſende nicht aufgenommen werden, da die Gefahr einer An- ſteckung noch nicht vorüber war. Statt deffen wurde eine andere, ihrer hohen luftigen Lage wegen ſehr geeignete Wohnung zur Aufnahme des Kranken mit königlicher Pracht hergerichtet. Nach einer in der Nähe liegenden Kirche hieß jener Teil der füdlichen Vorſtadt, in welcher die Königswohnung ſtand, Kirk of Field.„Der Staatsſekretär Maitland hatte den Auftrag gehabt, für ein Unterkommen des Königs zu forgen, und er hatte das an ſich nicht große, aber einſame und faſt ganz frei ſtehende Haus ausgewählt. Daslelbe gehörte Robert Balfour, dem Bruder ſeines(Maitlands) Mitverſchworenen, der den Bond von Craigmillar niedergeſchrieben hatte.
Als Maria am 31. Januar 1567 ihren Gatten dorthin brachte, lieferte der Hausbeſitzer alle Schlüffel ab mit Ausnahme eines einzigen, der zu einer Kellerthür gehörte. Dieſer konnte trotz alles Suchens, wie man verſicherte, nicht gefunden werden; und dies ſchien auch gan⸗ erklärlich, da jene Thür ziemlich verſteckt und vergeffen von außen durch die Stadtmauer in den Keller des Hauſes führte.
In dieſem Hauſe wohnte der König mit ſechs Dienern. Seine Gattin pflegte ihn ſelbſt und ſchlief auch zumeiſt dort in einem für ſie hergerichteten Zimmer. Am Sonntag, dem 9. Februar, kam ſie des Abends in Begleitung des geſamten in der Hauptſtadt anwefenden Adels, darunter die Grafen von Bothwell, Huntly, Argyle und der Laird von Maitland. Erſt gegen Mitternacht kehrte ſie nach zärtlichem Abſchied nach Holy-Rood zurück. Sie hatte ihre Anweſenheit bei dem Hochzeitsfeſt eines ihrer Diener zugefagt. Zwei Stunden ſpäter, in der zweiten Morgenſtunde des 10. Februar, flog das Haus auf Kirk of Field in die Luft. Die Exploſion war ſo heftig, daß ſogar die ſchwerſten Fundamentſteine zermalmt oder weit weg- geſchleudert wurden.
Nach der früher vorherrſchenden Anſicht hatte Graf Bothwell dieſe That mit Wiſſen der Königin begangen. Auf die Unhaltbarkeit diefer Behauptung hinzuweiſen, dürfte kaum noch nötig ſein. Sie beruht eben auf der Annahme, Maria habe ſich aus Liebe zu Bothwell des Gatten entledigen wollen. Allein es ſteht gerade im Gegenteil feſt, daß die Königin eine Trennung von dem Gatten ablehnte, und daß aus dieſem Grunde die verbündeten Adelshäupter die gewaltlame Beſeitigung ihres Feindes beſchloffen. Die Verſöhnung der beiden Gatten hat. die Ausführung des Verbrechens ohne Zweifel beſchleunigt. Wer die Urheber und Ausführer der Blutthat waren, läßt ſich ſowohl aus früheren wie aus ſpäteren Zeugniſlen genau feſtſtellen. Die Verſchwörung umfaßte faſt den ganzen proteſtantiſchen Adel, und ſogar katholiſche Edel- leute wie Graf Athol waren ihr beigetreten. Schon dieſer Umſtand ſpricht dafür, daß der Mord nicht von Bothwell allein ausgeführt wurde. Eine kritiſche Unterfuchung der Zeugen- ausſagen der ſpäter als Königsmörder Gerichteten aber ergab, daß der Mord überhaupt gar nicht von Bothwell allein ausgeführt werden konnte, ſondern daß noch eine ganze Reihe der nam- hafteſten Edelleute in der Mordnacht auf Kirk of Field thätig waren.
Das Haus, welches der König bewohnte, ſtand im füdlichen Stadtteil. Sein Weſtgiebel war an die Stadtmauer angelehnt, die an dieſer Stelle direkt von Norden nach Süden lief. Die Zugänge zu Kirk of Field befanden ſich im Innern der Stadt. Im Süden und Weſten war diefer Ort von der hohen Stadtmauer umgeben. Durch dieſe letztere führte von der Weſtſeite und folglich von aufßen jene kleine, verſteckte Thür in den Keller des Haufes. Wie ſchon bemerkt, erklärte der Hausbeſitzer, der Schlüffel zu dieſer Thür ſei verloren. Aber gerade


