Aufsatz 
Nachtrag zu der Abhandlung über die Aechtheit der Urkunden bei Demosthenes / Johann Theodor Vömel
Entstehung
Einzelbild herunterladen

12

orσον bring das Schiff wohin zum Stehn, zur Ruhe, so steht hier das Composi- tum mit u, wenn auch isolirt, doch sehr passend, da Midias mit den andern Trierarchen hätte in den Hafen einlaufen sollen.

Von den Gesetzen in der Midiana.

1) Das erste Dionysische Gesetz§. S ist abgefasst, wie wenn noch die Prytanen und nicht schon die Proedren in der Volksversammlung den Vorsitz führten, und stimmt mit den Worten des Demosthenes§. 9 nicht überein.] Was Hermann De Proëdris über diese beiden Einwände sagt, scheint mir die Sache vollkommen erledigt zu haben. Nämlich das Gesetz ist aus der Zeit, wo noch die Prytanen in der Volksversammlung den Vorsitz hatten. Zur Zeit der Midiana aber war diese Einrichtung geändert, allerdings durch ein Gesetz. Es war aber darum nicht nöthig, dass alle Gesetze, worin noch die Prytanen als Vorsteher in der Volksversammlung standen, cassirt und dafür so viele neue Gesetze gemacht worden- ren, sondern es genügte in dem einen desshalb erlassenen Gesetz zu sagen, dass in allen, wo die Prytanen mit dieser Function beauftragt wären, von nun an die Proedren der neun nicht regierenden Stämme gemeint seyn sollten. Daher braucht auch Demosthenes in seiner Erklärung des Gesetzes das Wort ⁴‿εισ, wo im Gesetz rbutdvew steht. Dies konnte er also mit Fug und Recht thun, und dies um so mehr, da rouræri und οεέιισσςσ ursprünglich gleiche Grundbedeutung haben= Vorsteher, τοο. und rutæνeνοσm eærklärt Etym. M. p. 693, 43, auch durch αom⁵esαα, oooraredòcoalt, obschon daselbst eine andere Etymologie(von voαᷣ zusammengezogen ραιαννςα) angegeben wird. Eben so Etym. Gud. p. 484, 9 und p. 628, 28. Etym. Orion. p. 136, 7. Tourarig erklären auch durch Haohseus Hesych. Suid. Phot. Sieh auch die von Tittmann Staatsverf. p. 423 citirten Dichterstellen. Ioòrxvis äolisch statt ouravte in einer mytilenischen Inschrift in Böckh's Corp. II. No. 2166 lin. 31 scheint Hederich's und Lobeck's(Pathologie p. 185) Meinung von der etymologischen Verwandt- schaft mit zu bestätigen*, wenn sich auch in einer späteren andern mytileni- schen Inschrift No. 2189, 7 und in einer cymeischen No. 3524, 58, die auch äolisch, aber ebenfalls jünger ist, rourcævt findet, wesshalb Ahrens De Dialect. Aeol. p. 84 die Form 70⁰- Tærts sehr bezweifelt. Es kann aber sowohl xodruie wie xouraug eine gemeinschaftliche Wurzel, x ο, haben, ohne dass man äolisch auch in verwandelt hätte. Es wird aber

*) Ich behaupte nicht, dass xꝗν‿ταυνν von ο herstamme, sondern wollte nur auf die gemeinschaft- liche Wurzel hinweisen, die in der hebräischen, griechischen, lateinischen, deutschen Sprache in Ver- bindung mit allen Vokalen das Vordere, Vorzügliche bezeichnet, und sich auch noch in Fr omm, Frucht, Fürst findet, so gut wie in pro, primus, Tdον etc. p mit seinen Nebenformen. Die Endung ue steht in diesen Nom. Appell. masc. generis isolirt.