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(die ſog. ABC⸗Schützen) ab, 260 an der Zahl, ſo bleiben 873. Unter dieſen 873 finden ſich eirca 70, welche in Berückſichtigung ihres Alters und ihrer Klaſſe, meiſt in Folge beſonderer häuslicher Verhältniſſe im Leſen und Schreiben ſchwach genannt werden können. In den oberſten Klaſſen iſt aber keines, welches nicht leſen und ſchreiben könnte. Man vergleiche alſo.
Da wir ein Mal der oberen Klaſſen erwähnt haben und nur Zahlen reden laſſen wollen, ſo verdient auch noch folgende Notiz hier eine Stelle. In der unterſten Klaſſe unſres Gymnaſiums(mit 6 Klaſſen) ſitzen mit dem Beginne des neuen Schuljahres(4. Nov. 47) 41. Darunter 2 Repetenten, 3 auswärtige und 36 aus Worms. Alle dieſe 36 aus Worms, darunter Söhne von Geiſtlichen, Officieren, Notaren, Aerzten, Kauf⸗ leuten und Gutsbeſitzern, haben keine andere Vorbereitung erhalten, als in der hieſigen (oberen) Stadtſchule, aus welcher ſie aus der oberſten und voroberſten Klaſſe in das Gym⸗ naſium aufgenommen wurden, indem ich nach dem Grundgedanken unſers ganzen Schul⸗ weſens, bei der Aufnahme in die unterſte Klaſſe keine anderen Vorkenntniſſe, als nur die tüchtige Elementar⸗Bildung einer guten Volksſchule verlange, welche bekanntlich nebſt der geiſtigen Entwickelung die Fertigkeit im Leſen, Schreiben, Rechnen ꝛc. in ſich begreift.— Das jährliche Schulgeld für die obere Stadtſchule beſteht aber nur in dem mäßigen Betrag von 2 fl. 24 kr. per Jahr.— Jeden Vater der neuen 36 Gymna⸗ ſiaſten koſtet alſo, wenn er will, die ganze Vorbildung vom 6. bis 10. Jahre nur vier oder 5 Conventionsthaler, während in anderen Städten der für höhere Lehranſtalten vor⸗ bereitende Unterricht der Privat⸗Inſtitute per Jahr 30 bis 60 für jeden einzelnen Kna⸗ ben beträgt. 8
Schulkennern braucht man nicht das Verlangen zu beleuchten, daß alle Kinder einer Schule in den verſchiedenen Lehrfächern gut befähigt ſein ſollen, indem körperliche oder geiſtige Krankheit, Wohnortsveränderung, Nachläſſigkeit mancher Eltern, ſo wie andere nicht zu beſeitigende ungünſtige Zufälle, die Fortſchritte einzelner Kinder hemmen. Wer Kenntniß von Schulen hat, weiß, daß man ſelbſt in höheren Bildungsanſtalten ſchon zufrieden ſeyn muß, wenn, namentlich in zahlreichen Klaſſen,% paſſabel ſind. Und ſo wird es bleiben, bis die Bedingungen, welche zum vollſtändigen Gedeihen der Volksſchulen Dieſterweg in ſeinen Lebensfragen als unerläßlich aufſtellt, von Sei⸗ ten der Staaten und Gemeinden erfüllt ſind.
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