Aufsatz 
Die städtische Handelslehranstalt 1903-1913
Entstehung
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Ausdehnung der Schule durch Bildung neuer Klassen nicht möglich ist. Aber innerhalb des Rahmens, den die Schule jetzt hat, dürfen wir mit dem Erreichten wohl zufrieden sein und es den städtischen Behörden Dank wissen, dass sic alles getan haben, mit den vorhandenen Mitteln das möxglichst Beste zu schaffen. So werden wir uns auch mit dem, was nicht zu ändern ist, abzufinden wissen: dem kleinen Schulhof, der nur bei einer schr genau geregelten und für die drei Abteilungen der Handelslehranstalt differen- zierten Pausenordnung den Bedürfnissen der grossen Schule einigermassen zu genügen vermag.

Von dem inneren Leben der Schule in diesem kurzen Ueberblick ein an- schauliches, klares Bild zu geben, in dem kein wichtigerer Zug fehlte, ist unmöglich; es können hier nur die Hauptpunkte der Entwickelung herausgehoben werden. Wer die Akten der Handelslehranstalt durchblättert, dem treten die Zeiten des ersten Jahr- zehnts dieser Schule als eine Werde und Wandelzeit lebhaft entgegen; man erkennt, welche Arbeit gerade in den ersten Jahren in gemeinsamem Zusammenwirken aller an der Schule tätigen und beteiligten Kräfte geleistet werden musste, um der äusseren Or- ganisation den inneren Ausbau hinzuzufügen. Und es muss auch an dieser Stelle noch einmal wieder hervorgehoben werden, wie umfassend und eindringend die Tätigkeit des ersten Leiters der Anstalt, Ludwig Voigt, auf allen diesen Gebieten gewesen ist, der seine reiche Erfahrung und seine volle, nie ermüdende Arbeitskraft dieserseiner Schule geweiht hat, bis ihn ein früher Tod aus voller Schaffensfreude hinwegnahm, ohne dass es ihm vergönnt war, die Vollendung des inneren wie äusseren Ausbaues der Anstalt noch zu erleben.

Das Lehrerkollegium der Handelslehranstalt hat im Laufe dieses Jahrzehnts starke Wandlungen erfahren; über die numerische Entwickelung gibt die Tabelle im Anhang Auskunft. Die auf den ersten Blick auffallend starke Zahl der nebenamtlich be- schäftigten Lehrkräfte erklärt sich vor allem aus den Bürgerschulkursen und den fach- wissenschaftlichen Abendkursen, zu denen die hauptamtlich beschäftigten Lehrer, um sie nicht zu stark zu belasten, nur in beschränktem Masse herangezogen werden konnten. Daneben machte auch das anfangs stärkere Schwanken in der Bildung neuer Parallel- klassen an der Fachschule und an der Mädchenhandelsschule mehrfach die Beschäftigung nebenamtlicher Lehrkräfte nötig. In den letzten Jahren ist in dieser Hinsicht eine grösscre Stabilität eingetreten; das Verhältnis der hauptamtlich zu den nebenamtlich be- schäftigten Lehrern ist seit etwa 4 Jahren ziemlich gleichmässig 3:1 gewesen. Aber auch in anderer Hinsicht sind mancherlei Veränderungen im Lehrerkollegium einge- treten. Einmal hat gerade in den ersten Jahren ein verhältnismässig starker Wechsel im Lehrerkollegium stattgefunden; von den 12 hauptamtlich angestellten Lehrern bei Eröftnung der Schule sind nur noch b an der Anstalt tätig(Prof. Dr. Gräfenberg, Prof. Dr. A. Kraus, Oberlehrer Dröll, die Lehrer Bechtlin, Hesse, Brunner), während aller- dings auch von den im allgemeinen stark wechselnden nebenamtlich beschäftigten Lehr- kräften uns vier durch die 10 Jahre hindurch treu geblieben sind(die Herren Dr. Hart- mann und Bauer, die Damen Fräulein Eckert und Miss Ellis). Wenn ein solch Sstarker Wechsel an sich für eine Schule nicht wünschenswert ist, so dürfen wir uns doch freuen, dass eine nicht geringe Zahl ausscheidender Lehrer von hier aus in leitende Stellungen eingetreten sind; das in diesem Jahrzehnt in Deutschland überall aufblühende Handels- schulwesen hat einer Reihe von Handelslehrern unserer Handelslehranstalt Berufungen zu Direktoren kaufmännischer Schulen gebracht(Dörr, Dalheimer, Redell, Hossenfelder, Oberbach, Schneider), so dass man wohl sagen darf, dass gerade auch auf diesem Wege mancherlei Anregungen von unserer Handelslehranstalt ausgegangen sind. Nach einer anderen Richtung hin vollzog sich innerhalb des Lehrerkollegiums eine Ver- änderung dadurch, dass mit dem raschen Wachsen der Schule und damit des Lehrer- kollegiums notwendigerweise eine schärfere Trennung in der Beschäftigung der Lehrer an den einzelnen Abteilungen der Handelslehranstalt eintrat. Mit der Unterstellung der Handelsrealschule unter die Aufsicht des Kultusministeriums wurde die feste Ab-