Aufsatz 
Die städtische Handelslehranstalt 1903-1913
Entstehung
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Ostern 1903 wurde die Schule in den Räumen des alten Gymnasiums, die sich aller- dings von vornherein als zu klein erwiesen und jahrelanges Ausquartieren einzelner Ab- teilungen nötig machten, mit 16 Klassen und 442 Schülern und Schülerinnen eröffnet. Nimmt man hinzu, dass die Abendkurse 390 Teilnehmer zählten und die Bürgerschul- kurse 87 Schüler, so erreichte schon in diesem ersten Schuljahre die Gesamtbesuchseiffer der städtischen Handelslehranstalt nahezu 1000. Dem entsprach auch die Grösse des Lehrer- kollegiums, das in diesem ersten Schuljahre aus 33 Lehrkräften bestand, von denen aller dings 21 nebenamtlich beschäftigt waren, so dass das eigentliche Lehrerkollegium sich nur aus 12 Lehrern zusammensetzte. Wie sehr die Begründung der Handelslehranstalt den vorhandenen Bedürfnissen entsprach, das beweist schon dieser vielverheissende Anfang; und diesem Anfang folgte cine stetige Entwickelung aufwärts(vgl. darüber im einzelnen die Tabelle am Schlusse dieser Ausführungen), so dass nun am Schlusse des ersten Jahr zehnts die städtische Handelslehranstalt 5o Klassen mit 1326 Schülern und Schülerinnen (ohne Abendkurse und Bürgerschüler) zählt, die von 41 hauptamtlich angestellten und 14 nebenamtlich beschäftigten Lehrern und Lehrerinnen unterrichtet werden. Wie aus der angehängten Tabelle ersichtlich ist, haben an diesem Wachstum nicht alle Abteilungen der Handelslehranstalt gleichen Anteil: am wenigsten die höhere Handelsschule mit ihren zwei Klassen, deren Besuchsziffern ziemlich stabil geblieben sind, am meisten die Handels- fachschule, deren Klassenzahl von 8 auf 27, deren Schülerzahl von 249 auf 691 ge- stiegen ist.

Um bei dem Aceusseren zu bleiben, werfen wir kurz einen Blick auf die räum- liche Entwickelung der Handelslehranstalt. Es stellte sich schon bei der Fest- legung der einzelnen Abteilungen im Eröffnungsjahre heraus, dass die zur Verfügung stehenden Räume im Hauptbau und im Seitengebäude des alten Gymnasiums den Bedürf- nissen nicht genügen würden, zumal von dem Seitenflügel ein Sockwertk noch von der Gewerbeschule besetzt war. Man entschloss sich daher zu einem Neubau, der unter Hinzunahme eines Gebäudes der Metallgesellschaft an dem Platze der ehemaligen Turn- halle errichtet wurde. Dieses Gebäude sollte die Mädchenhandelsschule in sich aufnehmen, die bis dahin ein Wanderleben(Karmeliterschule, Wiesenhüttenschule) führen musste. Als dann 1907 das neue Gebäude bezogen werden konnte, erforderte der Ausbau der Handels- realschule neue Räume, so dass die Einjährige Mädchenabteilung wieder ausquartiert werden musste und in die Räume der chemaligen Schule des Englischen Präuleinstifts, Hoch- strasse 44, übersiedelte. Erst Herbst 1911 konnte sie wieder in das Mädchenhandels- schulgebäude zurückgeführt und damit ein Zustand beseitigt werden, der für Lehrer wie Schülerinnen mancherlei Unzuträglichkeiten mit sich gebracht hatte. Inzwischen hatte die städtische Gewerbeschule ihr neues schönes Gebäude bezogen und die dadurch frei werdenden Räume ein Stockwerk des Seitenflügels sowie das ganze Vordergebäude

konnten nun den Zwecken der Handelslehranstalt dienstbar gemacht werden. Da damals schon die Trennung der Handelslehranstalt in zwei besondere Anstalten ins Auge gefasst war, handelte es sich einmal darum, diese Trennung nach Möxglichkeit auch räum- lich durchzuführen, sodann aber war es notwendig, der nun vollkommen entwickelten Handelsrealschule die genügenden Räume für den technischen und Turnunterricht sowie für Physik und Chemie zu schaffen. Die von diesem Gesichtspunkte aus entworfenen Pläne für den Umbau der ehemaligen Gewerbeschule fanden die Genehmigung des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung. Ostern 1912 begann der Umbau, der voraussichtlicherweise zu Beginn des neuen Schuljahres vollkommen vollendet sein wird. Das Vordergebäude der ehemaligen Gewerbeschule hat die Handelsfachschule in sich auf- genommen; das Seitengebäude enthält ausser 2 Klassenräumen für die höhere Handels- schule und 3 für die Handelsrealschule die Räume für Chemie, Zeichensaal, Singsaal und Turnhalle, die beiden letzteren so verbunden, dass sie bei Schulfeiern zu einem Raum vereinigt werden können. Die übrigen Klassenzimmer, Sammlungsräume, Lehrerzimmer, Kanzlei und Amtszimmer des Direktors enthält der Hauptbau. Freilich sind auch trot⸗ dieses Neubaus alle verfügbaren Räume in Benutzung genommen, so dass eine weitere